Die Ruhe vor dem Sturm?

+
Entsteht auf dem Areal des alten Eisstadions das neue Gebäude für die Polizeistation Kaufbeuren?

Kaufbeuren – Soll auf dem Areal des alten Eisstadions künftig die Kaufbeurer Polizeistation Platz finden oder nicht? Diese Frage war erneut Thema im jüngsten Verwaltungsausschuss.

Eigentlich wurde das Thema bereits im Stadtrat behandelt, es hatten sich dann aber in letzter Sekunde auch CSU und KI dem Antrag der Freien Wähler angeschlossen, die Pläne des Staatsministeriums für einen Neubau der Inspektion am Jordanpark „ausdrücklich zu begrüßen“ und zu unterstützen. Der Antrag fand im Verwaltungsausschuss nun mit drei Gegenstimmen die Zustimmung des Ausschusses – die erwartete Diskussion mit Grünen, SPD und FDP blieb jedoch aus.

Grundsätzlich finde der Neubau einer Polizeistation in Kaufbeuren auch die Zustimmung von Grünen, SPD und FDP, hatten Johannes Espermüller (FDP), Oliver Schill (Grüne) und Ralf Baur (SPD) bereits im Vorfeld der Sitzung in einer Pressemitteilung klar gestellt (wir berichteten). Jedoch wolle man weiterhin vor einer klaren Favorisierung des Areals erst einmal die Untersuchungen aller Rahmenbedingungen abwarten. Der Entscheidung im Ausschuss habe man „gelassen“ entgegen gesehen, gebe es doch eine Stadtratsentscheidung aus dem April, in der die vorige Prüfung von allen Fraktionen befürwortet worden sei. Diese Prüfung schließt nicht nur den alten Stadionstandort, sondern das gesamte Areal vom Bahnhof bis zum Forettle und vom Hallenbad bis einschließlich des Amtsgerichts mit ein.

Deshalb gab es im Verwaltungsausschuss auch keine Redebeiträge der Antragsgegner, umso mehr legten sich allerdings die Befürworter des Antrags ins Zeug. Bernhard Pohl, Urheber des Antrags, betonte, es gehe bei dem Antrag nicht darum, das Areal am Jordan-Park „ausschließlich“ als neuen Standort der Polizeistation ins Feld zu führen. Es gehe vielmehr darum, der Staatsregierung Bereitschaft und Engagement zu signalisieren, was das Projekt angehe. Man habe bei der Frage, ob die Kaufbeu­rer Polizeistation saniert oder an einem neuen Standort errichtet werden soll, schließlich lange für einen Neubau gekämpft. „Wenn wir schon die Chance haben, dass hier neu gebaut wird, sollten wir auch alles dafür tun“, so Pohl. Wenn es nicht gelinge, das Projekt im Doppelhaushalt 2017/18 unterzubringen, gebe es „zwei Jahre Stillstand“ für die Polizeistation.

Auch Ernst Holy (KI) formulierte das primäre Ziel, den Neubau der PI im Doppelhaushalt unterzubringen. „Der heutige Beschluss ist ein wichtiges Signal. Wir haben gute Chancen, dass der Landtag Geld für die Neubaupläne bereitstellt. Eine solche Bewilligung wird aber meiner Meinung nach nur erfolgen, wenn wir Einigkeit und geschlossene Bereitschaft zeigen“.

Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) stimmte dem zu: „Das Projekt ist derzeit nicht in der Planung, wenn wir jetzt nicht klare Signale senden, wird es sicher nicht bevorzugt behandelt“.

Diskussion nur verschoben?

Die vorgebrachten Argumente der Antrags-Befürworter wollten die Gegner in der Verwaltungsausschusssitzung offenbar nicht kommentieren. Somit fiel ein Statement von Seiten der SPD, Grüne und FDP aus. Nur die Ruhe vor dem Sturm? Das Thema wird im Stadtrat jedenfalls noch einmal behandelt.

von Michaela Frisch

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister wartet auf Anruf

Buchloe – Noch wartet Bürgermeister Josef Schweinberger auf den Anruf für eine Terminvereinbarung mit dem Vorstand des Gewerbevereins. In der …
Bürgermeister wartet auf Anruf

Sauerei am Fieselstadion

Kaufbeuren – Der Fieselplatz in Neugablonz, Austragungsstätte unzähliger und hitziger Partien, rückt Jahr für Jahr nach Beendigung des offiziellen …
Sauerei am Fieselstadion

Dose für den Notfall

Marktoberdorf – Im Cafe „Greinwald“ stellte der Sozialverband VdK Kreisverband Kaufbeuren-Ostallgäu mit der sogenannten „SOS-Rettungsdose“ kürzlich …
Dose für den Notfall

Kommentare