"Mit Leidenschaft und ökologischer Verantwortung für unsere Heimat"

"Ein kommunaler Anker"

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VWEW-Gesellschafter und der Politik pflanzten symbolisch den letzten der 75 Obstbäume einer Streuobstwiese: Dr. Wolfgang Hell (v. li., Bgm. Marktoberdorf), Karin Schmalholz (Bgm‘in. Apfeltrach) Dr. Paul Wengert (MdL, SPD) Dr. Stephan Winter (Bgm. Mindelheim), Stephan Stracke (MdB, CSU) Stefan Bosse (OB Kaufbeuren), Stefan Fritz (GF VWEW-energie) und Wolfgang Eurisch (Bgm. Biessenhofen).

Kaufbeuren – „Ein kommunaler Anker ist in einer globalisierten Welt ganz wichtig!“ Mit diesen Worten unterstrich Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke (CSU) die Bedeutung der „Vereinigten Wertach Elektrizitätswerke“ (VWEW-energie) als regionaler Energieversorger in seinem Grußwort anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Unternehmens.

Der einstige Zweckverband war 1941 mit dem Ziel gegründet worden, die Stromerzeugung und -versorgung auszubauen. Der heutige moderne Energiedienstleister beliefert insgesamt rund 40.000 Privathaushalte in Kaufbeuren, Mindelheim, Marktoberdorf und Umgebung sowie 350 Industrie- und Geschäftskunden auch bundesweit mit Strom. Als Symbol für die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens hat VWEW-energie eine Streuobstwiese mit 75 Bäumen angelegt.

Das Energieunternehmen mit Geschäftsführer Stefan Fritz hatte zu einer Feier am Wasserkraftwerk in Schlingen eingeladen. Neben Spitzen aus Politik und Wirtschaft waren Mitarbeiter und die Vertreter der Kommunen Kaufbeu­ren, Marktoberdorf, Mindelheim, Ebenhofen/Altdorf und Köngetried als Gesellschafter anwesend. Seitens der Geistlichkeit spendeten Prädikant Manfred Gittel von der evangelischen Erlöserkirche Bad Wörishofen und Tobias Wolf von der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeu­ren den kirchlichen Segen für die Streuobstwiese und die Zukunft des Unternehmens.

„VWEW-energie ist ein solides Wirtschaftsunternehmen. Als solches übernimmt es seit 75 Jahren eine Aufgabe, die aus der Sicht der kommunalen Gesellschafter nicht aus der Hand gegeben werden darf: Die sichere Energieversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger mit bezahlbarer Energie“, betonte der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse in seiner Funktion als Vorsitzender der VWEW-Gesellschafterversammlung. „Darüber hinaus trägt VWEW-energie als im Allgäu verwurzeltes Unternehmen auch zur regionalen Wertschöpfung bei.“ Der Energieversorger sei gut und zukunftsfähig aufgestellt und „durch und durch kommunal“, was man niemals aufgeben wolle, denn, so Bosse: „Wir spüren die 75 Jahre im Nacken und haben Verantwortung für über 100 Mitarbeiter.“ Stefan Stracke sah dies ähnlich. Angesichts der breiten Angebotspalette sehe er den Versorger „auf sicheren Füßen“. „Ich wünsche mir als Verbraucher, dass in einem nicht ganz einfachen Umfeld meine heimischen Versorger erfolgreich sind“, so Stracke.

In seiner Ansprache sprach der Geschäftsführer von derzeit drei stattfindenden Transformationsprozessen. Zum einen vom Wettbewerb in der Energiewirtschaft mit rund 600 Anbietern, wo jeder Kunde seinen Lieferanten frei wählen könne. Als weiteren Prozess bezeichnete er die Energiewende, welche er sich mit „weniger Lobbyismus und mehr Realitätssinn“ gewünscht hätte. Letztendlich stelle die Digitalisierung Anforderungen an mögliche „GB-Daten-Netze“, wobei dann auch sekundengenaue Abrechnungen am Zähler des Endkunden möglich würden.

„Wir sind seit 75 Jahren Teil des Allgäus und engagieren uns mit Leidenschaft und ökologischer Verantwortung für unsere Heimat. Mit der Anpflanzung von 75 Bäumen möchten wir dem Ausdruck geben und zeigen, dass eine nachhaltig sichere Energieversorgung Hand in Hand gehen muss mit Umwelt- und Naturschutz“, so Stefan Fritz, Geschäftsführer von VWEW-energie.

Auf den rund 7.500 Quadratmetern der neu entstandenen Streuobstwiese nahe am Wasserkraftwerk Schlingen stehen alte, nur wenig bekannte Obstbäume wie die ‚Konstantinopler Apfelquitte‘ oder die ‚Bayerische Weinbirne‘, Apfelsorten mit so klangvollen Namen wie ‚Schöner von Wiltshire‘ oder ‚Weißer Klarapfel‘ sowie die ‚Hauszwetschge‘ und die Pflaume ‚Katinka‘. Die alten Obstsorten wurden bewusst gewählt, da sie für die Witterung im Allgäu und eine naturschonende Bewirtschaftung ohne Spritzmittel und Dünger geeignet sind. Die Streuobstwiese ist frei zugänglich, das Obst kann zur Reifezeit von allen Bürgern gepflückt werden.

Zusätzlich zur Stromerzeugung und -versorgung betreibt und unterhält VWEW-energie ein etwa 1.850 Kilometer langes Stromnetz. Der Vertrieb von Erdgas an Kunden gehört heute ebenso zu VWEW-energie als modernem Energiedienstleister, wie das Angebot an energetischer Bauberatung, das Geschäftsfeld Elektromobilität oder der Ausbau der Anschlussmöglichkeiten für Geschäftskunden an das VWEW-eigene Glasfasernetz. Eine Abordnung der Stadtkapelle Marktoberdorf umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

von Wolfgang Becker

Historie VWEW-energie:

1941: Umfirmierung des damaligen Zweckverbands zur Strom­erzeugung und -versorgung in ‚Vereinigte Wertach-Elektrizitätswerke‘.

1952: Bau des ersten eigenen Wasserkraftwerks an der Wertach. Bis 1970 entstehen sieben Wasserkraftwerke, das Stromnetz wird kontinuierlich ausgebaut.

1975: Bau des neuen VWEW-Verwaltungsgebäudes und Einzug in die Neugablonzer Straße 21.

1994: Aus dem Zweckverband wird eine kommunale GmbH.

2000 bis 2005: Die Wasserkraftwerke werden unter ökologischen Gesichtspunkten optimiert, unter anderem werden Fischtreppen eingebaut.

2007: Das Verwaltungsgebäude und das Service-Center in der Neugablonzer Straße werden saniert und erhalten die markante Welle auf dem Dach.

2009: Einstieg in die Elektromobilität. VWEW-energie bietet E-Autos und E-Bikes zum Ausleihen an und gehört damit zu den Vorreitern der Elektromobilität im Allgäu.

2011: Einführung des Geschäftsfelds Erdgasvertrieb.

2016: VWEW-energie legt zum 75-jährigen Jubiläum eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten an.

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