Wahrnehmen und wertschätzen

„Der wichtigste Grund meiner Anwesenheit ist das Wahrnehmen und Wertschätzen“, so der Regionalbischof Michael Grabow aus Augsburg bei seinem Besuch in Kaufbeuren. Im Rahmen eines dreitägigen Besuchsprogramms lag der Schwerpunkt auf dem Kennenlernen der Gemeindearbeit. Aber auch die Besichtigungen von verschiedenen Einrichtungen, Kreisen und Diensten standen neben kommunalen Kontakten mit OB Stefan Bosse und evangelischen Stadträten auf der Tagesordnung. Ein Besuch des Fliegerhorstes mit der evangelischen Militärgemeinde war ebenso vorgesehen.

Nach rund zweijähriger Amtszeit war es praktisch der offizielle Antrittsbesuch bei der Gemeinde der Evangelischen Dreifaltigkeitskirche. Diese Gemeinde ist mit etwa 8.000 Gläubigen und 45 kirchlichen Mitarbeitern die größte Kirchengemeinde im Kirchenkreis Augsburg. Der Kreis entspricht in etwa dem verwaltungstech- nischen Regierungsbezirk Schwaben. Mit vielen diakonischen Einrichtungen von Kindergärten bis zu Seniorenheimen steht die Gemeinde mitten im Leben der Stadt.. „Mein Interesse ist, die Kirche kennenzulernen, wie sie lebt und arbeitet“, so der Bischof in einem Gespräch. Bei einer privaten Radtour mit seiner Frau hatte Michael Grabow bereits im letzten Jahr Kaufbeuren erstmalig kennengelernt. Und in einer ersten Zwischenbilanz gab es einiges, was dem Ordinarius besonders gut gefallen hatte. Die Kirchenmusik bereichere in ihrer Vielfalt die Gottesdienste mit festlicher Musik und setze Glanzpunkte in Konzerten. Daher seien Zuschüsse für die Anschaffung der 700.000 Euro teuren Orgel sehr gut angelegt. Bereits 420.000 Euro sind durch Spendeninitiativen der Gemeinde zusammengekommen. Angebote und Sorgen Ein Schwerpunkt der Gemeinde liegt in der seelsorgerischen Arbeit. Für eine Stadt der Größenordnung von Kaufbeuren ist es laut Regionalbischof Grabow eine Ausnahme, dass sie ein eigenes Seelsorgezentrum betreibt. Mit 92 vertretenen Nationen und einem Migra- tionsanteil von etwa 20 Prozent an der Bevölkerung in Kaufbeuren nimmt die schwerpunktmäßig von Diakon Wolfgang Stock geleistete Integrationsarbeit einen breiten Raum ein. Die fehlende Anerkennung außerhalb Deutschlands erworbener Abschlüsse von Migranten sei ein Problemfeld, unter dem häufig hoch qualifizierte Menschen zu leiden hätten. Auch die Kurzzeitigkeit von Programmen, gerade im Bereich der Jugendarbeit, wirke sich ungünstig auf die Nachhaltigkeit aus. Pfarrer Thomas Kretschmer war wichtig, die Gemeinde präsentieren und die Leistung seines Teams darstellen zu können. Der „Blick von außen“ biete Chancen für Hinweise und Korrekturen der eigenen Arbeit. Günter Kamleiter als Vertrauensmann des Kirchenvorstandes wies auf die Problematik der Pfarrstellenbesetzung nach Weggang von Pfarrer Martin Rehner und Bedarf in der Jugendseelsorge hin.

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