"Alles planmäßig verlaufen"

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Wer einen Hausanschluss in der Stadt Kaufbeuren hat, zahlt seit Anfang 2014 nur noch 0,90 statt 0,94 Euro pro Kubikmeter. Deshalb und wegen der erstmalig zu entrichtenden Gewerbesteuer lag der Gewinn des Wasserwerks in 2014 etwas niedriger als erwartet.

Kaufbeuren – Caroline Moser, Werkleiterin des Wasserwerks Kaufbeuren, hat ihren Laden im Griff. Das wurde im jüngsten Werkausschuss deutlich. Moser stellte zusammen mit dem technischen Leiter Christoph Mayer die aktuellen Zahlen und den Jahresabschluss 2014 vor. Zukünftige Aufgaben sind der Anschluss der Wasserversorgungen von Rieden und Pforzen sowie die IT-Sicherheit.

Das Wirtschaftsjahr 2014 schließt laut Bericht mit einem Gewinn von rund 103.500 Euro ab. Damit ist das Jahr laut Moser planmäßig verlaufen – auch wenn der Ansatz eigentlich bei rund 134.000 Euro lag. Grund für die Abweichung: Erstmalig musste das Wasserwerk Gewerbesteuer zahlen. Zudem sanken Anfang 2014 die Preise für Trinkwasser von 0,94 Euro auf 0,90 Euro netto pro Kubikmeter.

Unterzeichnet wurde 2014 außerdem der Vertrag über die Wasserlieferung an die Gemeinde Biessenhofen, die entsprechenden technischen Voraussetzungen wurden im Sommer 2015 geschaffen. Die Wasserabgabe ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr mit rund 2.200.000 Kubikmetern leicht gestiegen. Grund: Seit November 2013 wird das Unternehmen Bezirkskliniken Schwaben vom Kaufbeurer Wasserwerk mitversorgt. „Es haben sich sonst im vergangenen Jahr keine besonderen Vorkommnisse ergeben, die auf technische oder finanzielle Aspekte Auswirkungen gehabt hätten“, so Moser weiter.

In 2015 macht das Wasserwerk dagegen wohl mehr Gewinn als erwartet. 144.000 Euro voraussichtlicher Überschuss stehen 114.000 Euro aus dem Erfolgsplan gegenüber. Dies liegt zum einen an etwas geringeren Personalkosten, zum anderen daran, dass mit rund 240.000 Kubikmetern zwischen Juni und September etwa zwei Prozent mehr Wasser verkauft wurden als im Vorjahreszeitraum.

Nach dem Zustand der Rohre und möglichen Schadstoffen wie Blei in alten Rohren erkundigte sich Richard Drexl (FW) und erhielt die Antwort, dass im öffentlichen Versorgungsnetz der Stadt keine Bleileitungen verbaut sind. „Das Leitungsnetz besteht nahezu ausschließlich aus Gussleitungen“, so Mayer. Für die Auswahl der zu erneuernden Leitungen spielen das Alter sowie die Anzahl von Schadstellen eine Rolle.

Oliver Schill (Grüne) fragte, was in der Zukunft konkret auf das Wasserwerk zukomme. Moser erklärte, man habe vor, die Steuerungssysteme gemäß dem neuen IT-Sicherheitsgesetz überprüfen zu wollen. Das IT-Sicherheitsgesetz zielt laut Bundesregierung darauf ab, die Sicherheit von Unternehmen und der Bundesverwaltung sowie den Schutz der Bürger im Internet zu verbessern. Unternehmen von „Bedeutung für das Gemeinwesen“ müssen demnach einen Mindeststandard in der IT-Sicherheit haben, zudem hat das Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mehr Zugriff auf die Systeme.

Bestanden hat das Wasserwerk heuer bereits eine andere Prüfung: Seit Juli dieses Jahres verfügt es über ein sogenanntes TSM-Siegel des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches). Dieses umfasst die Bereiche Organisation, Qualifikation, Regelwerkseinhaltung, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Ablauforganisation und muss in fünf Jahren wiederholt werden. Damit ist das Kaufbeurer Werk bayernweit eines von 25 Wasserversorgungs-Unternehmen, die das Zertifikat erhalten haben.

Im Fokus der anstehenden Aufgaben steht außerdem die Versorgung von Rieden und Pforzen. Hier sollen die Leitungen jeweils Ende 2016 fertiggestellt sein. Auch die Immobilienverwaltung legte ihren Bericht vor. Hier liegt der Jahresüberschuss in 2014 bei rund 733.000 Euro – ein Großteil von rund 470.000 Euro stammt aus höheren Mieteinnahmen.

von Michaela Frisch

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