Wasserwerk Kaufbeuren erhält Fördergelder für eigenes Konzept

Klimafreundliche Wasserversorgung

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Das Trinkwasser in Kaufbeuren hat nicht nur eine gute Qualität, sondern wird zudem unter klimafreundlichen Bedingungen bereitgestellt. Das Wasserwerk setzt ein eigenes Konzept zur Energieeffizienz und zur Einsparung von CO2 um.

Kaufbeuren – Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Aktivitäten, die einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Sie decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab, von der Konzepterstellung bis hin zu investiven Maßnahmen.

Das Städtische Wasserwerk Kaufbeuren wurde Ende 2013 in die Förderinitiative aufgenommen, hat im vergangenen Jahr ein eigenes Konzept zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduzierung des Ausstoßes des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Trinkwasserversorgung erstellt und bekommt dafür eine 50-prozentige Förderung vom Bundesumweltministerium, wie Caroline Moser, Werkleiterin des Wasserwerks, mitteilt. 

„Von den Programmen und Projekten der Nationalen Klimaschutzinitiative profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Kommunen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen“, so Moser. Die Förderinitiative „Klimaschutzprojekte in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen“ fördert die Erstellung von Konzepten für eine klimafreundliche Trinkwasserversorgung. 

Das Projekt des Kaufbeurer Werks, das ein eigenes Konzept zur Energie-Effizienzsteigerung und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beinhaltet, hat ein Volumen von rund 42000 Euro. Davon erhält das Städtische Wasserwerk eine 50-prozentige Förderung durch das Bundesumweltministerium. Neben der Analyse der aktuellen Betriebssituation und Wirkungsgrade der technischen Anlagen wurde einer Energie- und CO2-Bilanz für die Bereiche Wassergewinnung, -speicherung und -verteilung erstellt. 

Laut dem Bundesumweltministerium entstehen etwa 45 Prozent der Treibhausgase im Bereich der Ernährung bei der Erzeugung von Lebensmitteln. Ein weiterer großer Teil entsteht durch den Energieverbrauch zur Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln, sowie mittels anteiliger Raumwärme und Einkaufsfahrten. Der CO2-Verbrauch für die Herstellung von einem Kilogramm Weißbrot liegt bei über 660 Gramm. Im Vergleich dazu ist der CO2-Verbrauch für die Gewinnung von Trinkwasser deutlich niedriger mit nur rund 0,08 Gramm pro Liter des Kaufbeurer Trinkwassers. 

„Absolut zu Recht können wir daher von einer klimafreundlichen Trinkwasserversorgung sprechen“, so Caroline Moser. Obwohl die Trinkwasserversorgung zu den klimafreundlichsten Branchen zählt, konnten durch die Teilnahme an der Förderinitiative weitere Energieeinsparpotenziale identifiziert werden. Durch eine verbesserte Pumpsteuerung, die Umverteilung der geförderten Wassermenge auf die energetisch effizientesten Pumpen und die zeitliche Optimierung der Netzeinspeisung kann der laufende Betrieb im Sinne des Klimaschutzes effizienter gestaltet werden. 

Hiermit und mit dem Ausbau der Energierückgewinnung durch Nutzung des natürlichen Gefälles in der Wassergewinnung, kann der Energiebedarf der Kaufbeurer Wasserversorgung um zehn bis 15 Prozent reduziert werden. „Mit der Umsetzung des Konzeptes können wir einen weiteren Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase und Energieverbräuche leisten“, zieht Moser das Fazit für das kommunale Versorgungsunternehmen. 

Weitere Infos unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative sowie unter www.wasserwerk-kaufbeuren.de.

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