"Wir sind mächtig stolz"

Ganz nach traditionellem Brauch wurde das Richtfest am Neubau des Espachstifts gefeiert: mit „Bäumchen“, Richtspruch der Handwerker und Gläserwerfen.

Wieder einen großen Schritt in Richtung umfassendes Seniorenkonzept in Kaufbeuren taten die Beteiligten beim Richtfest für die Erweiterung des „Espachstifts“. Am vergangenen Donnerstag kamen Vertreter des Kuratoriums und des Beirates, Firmen am Bau, Architekten, Planer, Bewohner und viele andere Interessierte zu dem freudigen Anlass zusammen. Der Neubau soll bis zum Sommer 2013 fertiggestellt sein und wird dann Raum für 44 betreute Wohneinheiten, Büroräume und eine ambulante Tagespflege bieten. Man sei schon jetzt „mächtig stolz“ auf die Erweiterung, betonte Ernst Schönhaar, Stadtrat und Vorsitzender des Kuratoriums Espachstift, in seiner Ansprache.

Vor allem dankte Schönhaar den anwesenden Arbeitern der Baufirma; sie hätten den Bau „zügig und komplikationslos“ hochgezogen – und dies „auch unter winterlichen Verhältnissen“. Vor allem sie hätten es „mehr als verdient, dass heute gefeiert wird“. Schon zum jetzigen Zeitpunkt könne man sich vorstellen, wie „wohltuend gut“ sich der Neubau ausnehmen werde neben dem bestehenden „und schön sanierten“ Espachstift – und nicht zuletzt neben dem von Schönhaar „als gelinde gesagt puristisch“ bezeichneten Bau des benachbarten Modemarkts. Auch den anderen Beteiligten sprach der Kuratoriumsvorsitzende seinen Dank aus. Gefragtes Konzept Wie gefragt das zukünftige erweiterte Angebot des Espachstifts schon heute ist, erläuterte Geschäftsführer Klaus Rockenmaier im anschließenden Gespräch: „Wir haben schon jetzt, vor der endgültigen Fertigstellung des Gebäudes, viele Interessenten“. 44 Wohnungen, die dem Konzept des „betreuten Wohnens“ unterliegen, sowie die nötigen Verwaltungs- räume, ein Café und eine ambulante Tagespflege für rund 15 Gäste werden das Angebot für Senioren ergänzen. „Wir nehmen auch demente Senioren in die Tagespflege auf, sind aber nicht auf diese Personengruppe festgelegt. Der Gedanke hinter dem Angebot ist, pflegende Angehörige zu entlasten“, beschreibt Rockenmaier das Konzept der Tagespflege, das in einer Zeit des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung gewinnt. Fast zwölf Millionen Euro wurden in den Neubau investiert, als Bauherr fungiert die evangelisch-lutherische Kirchengemeide in Kaufbeuren. „Das Projekt hat eine große Bedeutung für die Stadt Kaufbeuren – sowohl in seniorenpolitischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht“, ist sich Schönhaar sicher. Individualität wichtig Als nächsten Schritt bei der Fertigstellung, so erklärt Architekt Ingo Gebauer, stehen nun Fenster, Fassadengestaltung, das Flachdach und die Wärmedämmung. Die gestalterische Linie beschreibt Gebauer als „transparent, hell und modern“, die schon bei der Betrachtung des Rohbaus auffälligen schrägen Stelen werden laut Gebauer den „besonderen statischen Verlauf“ betonen. Für Individualität sollen zudem flexible Verschattungsvorrichtungen an den Fenstern der Wohnungen sorgen. Um das Gebäude wird eine Grünanlage entstehen.

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