Marktoberdorf: In leer stehenden Räumen soll Schulungszentrum entstehen

Sparkasse will Standort stärken

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Die Sparkassenfiliale in der Georg-Fischer-Straße in Marktoberdorf. Hier soll in den derzeit noch leerstehenden Räumlichkeiten im Obergeschoss im kommenden Jahr ein Mitarbeiter-Schulungszentrum entstehen.

Marktoberdorf – Die Sparkasse Allgäu macht nach Gesprächen mit der Stadt Zugeständnisse an den Standort Marktoberdorf. In den zurzeit noch leer stehenden Räumlichkeiten im Obergeschoss der Sparkassenfiliale soll bereits im kommenden Jahr ein Schulungszentrum für die rund 1000 Sparkassen-Mitarbeiter entstehen.

Die Stadt Marktoberdorf sieht diese Maßnahme als „ersten Schritt in die richtige Richtung“, rückt jedoch von ihrer Forderung an das Unternehmen, neue Arbeitsplätze in Marktoberdorf zu schaffen, nicht ab. In den vergangenen Monaten machte so manches Gerücht über die Zukunft der Sparkassenfiliale in der Georg-Fischer-Straße in Marktoberdorf die Runde – sogar von einer möglichen Schließung des Standortes war die Rede (wir berichteten). 

Manfred Hegedüs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu, gab nun im Gespräch mit unserer Zeitung Einzelheiten zu den Zukunftsplänen der Sparkasse für ihren Filialstandort Marktoberdorf bekannt. Die Sparkasse Allgäu wird ihren Standort in Marktoberdorf demnach weder schließen noch verkleinern. „Zu keinem Zeitpunkt, weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft“ sei eine Schließung des Standortes Thema gewesen. 

Auch die bestehende Struktur der Sparkassenfiliale in Marktoberdorf bleibe erhalten, versicherte Hegedüs. „Wir sind hier seit 156 Jahren und wir sehen eine nachhaltige und lange Zukunft in Marktoberdorf vor uns.“ Die Filiale in Marktoberdorf sei die wichtigste und größte Filiale im Ostallgäu und überdies ein erfolgreicher Standort. „Wir wären schlecht beraten, wenn wir diesen Standort schließen würden“, pflichtete Heribert Schwarz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Allgäu, im Gespräch mit dem Kreisboten bei. 

Der anhaltenden Kritik aus den Reihen der Marktoberdorfer Bürger, die Marktoberdorf gegenüber anderen Sparkassen- Standorten benachteiligt sehen, will die Sparkasse nun aktiv entgegentreten und die Kreisstadt als Sparkassen-Standort stärken, indem noch im kommenden Jahr in den derzeit leer stehenden Räumlichkeiten im Obergeschoss des Sparkassen-Gebäudes ein Schulungszentrum für die Sparkassen-Mitarbeiter eingerichtet werden soll. Im Obergeschoss des Gebäudes sollen laut Manfred Hegedüs in den kommenden Mo- naten mehrere Schulungsräume sowie ein EDV-Arbeitsraum entstehen, wo in Zukunft neben kleineren Schulungen, die weiterhin in den jeweiligen Filialen angeboten werden, zentrale Mitarbeiterschulungen stattfinden sollen. 

Mit mindestens 1100 Personen-Schulungstagen jährlich sorge diese Maßnahme für „deutlich mehr Frequenz und Belebung“ in der Stadt als sechs zusätzliche Arbeitsplätze, die kurzzeitig im Gespräch waren, die jedoch keine gewerbesteuerlichen Mehreinnahmen für die Stadt Marktoberdorf eingebracht hätten, versicherte Hegedüs. Darüber hinaus soll auch das äußere Erscheinungsbild der Sparkassen-Filiale optisch attraktiver gestaltet und durch die Werbekampagne „GUT für Marktoberdorf“ ein Zeichen gesetzt werden, dass die Filiale in Marktoberdorf ein für die Sparkasse wichtiger Standort ist und bleiben wird. 

Dazu gehöre unter anderem die Spende eines neuen Fahrzeugs an eine gemeinnützige Einrichtung oder einen Verein sowie die finanzielle Förderung der vom Aktionskreis Schule-Wirtschaft initiierten Berufsbildungsmesse. Weitere Förderungen aktueller gemeinnütziger oder kommunaler Projekte seien ebenfalls geplant. Der Forderung der Stadt, Arbeitsplätze von anderen Standorten abzuziehen und in die Sparkassen Marktoberdorf zu verlegen, werde man hingegen nicht nachkommen. „Es wäre aus unternehmerischer Beurteilung heraus nicht sinnvoll“, so die nachdrückliche Positionierung des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden. 

Pläne mit Leben füllen 

Die Stadt Marktoberdorf wertet die Einrichtung des Schulungszentrums als „ersten Schritt in die richtige Richtung“, forderte jedoch deutlich die Umsetzung des Vorhabens in die Praxis. Dieses Zugeständnis an Marktoberdorf dürfe nicht „nur auf dem Papier bestehen“, sondern müsse „mit Leben gefüllt“ und auch „langfristig gewährleistet“ werden, so die Stellungnahme von Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell auf Anfrage des Kreisboten. Weitere Maßnahmen wie die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes und Werbemaßnahmen wertet Hell als positiv, aber auch „selbstverständlich“ für eine Institution wie die Sparkasse, da diese ja auch im Interesse des Unternehmens ergriffen würden. 

Die Absicht von Hegedüs, die Stadt Marktoberdorf mit Spenden wie dem genannten Fahrzeug zu bedenken, findet Hell im Zusammenhang mit der Diskussion um zusätzliche Arbeitsplätze unangemessen. „Das Angebot von Spenden in der Diskussion um Arbeitsplätze in Verbindung zu bringen“, beurteilte Hell hingegen als „unangemessen“. Trotz der Einrichtung des Schulungszentrums erwarte die Stadt „mittel- und langfristig eine personelle Präsenz, die der Größe und Wirtschaftskraft einer Kreisstadt angemessen ist“. Langfristig bleibt somit die Forderung der Stadt nach neuen Arbeitsplätzen bestehen. von Sabrina Hartmann

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