Zusammenleben muss stimmen

Wer das Wort Integration nachschlägt, findet heraus, dass es unter anderem mit „Herstellung eines Ganzen“ umschrieben wird. Bei der konstituierenden Sitzung des Kaufbeurer Integrationsbeirates kam jetzt die ganze „Welt an einem Tisch“ zusammen, wie es Walter Nocker, stellvertretender Vorsitzender des Beirates, umschrieb.

Der Integrationsbeirat tritt an die Stelle des früheren Ausländerbeirates. Dies hat der Stadtrat vergangenes Jahr entschieden (wir berichteten). Grund- gedanke sei es gewesen „ein Gremium zu schaffen, dass überwiegend den Integrationsgedanken im Vordergrund habe und nicht den Ausländergedanken“, erklärte Oberbürger- meister Stefan Bosse. Er übernimmt auch den Vorsitz des Beirates. Sein Wunsch ist es, dass die Mitglieder des Integrationsbeirates in „großer Offenheit zusammen arbeiten“. Die Mitglieder des Stadtrates bestimmten die 13 Mitglieder mit Migrationshintergrund aus Vorschlägen, die Bürger, Vereine oder Organisationen einreichen konnten (wir berichteten). Walter Nocker, der seit 2008 der Ausländerbeauftragte des Stadtrates ist, berichtete, dass „immer mehr bayerische Städte“ ihre Ausländerbeirate in Integrationsbeiräte umwandeln. „Kaufbeuren gehört dabei zu den Vorreitern.“ Neben OB Bosse als Vorsitzendem, Nocker als seinem Vertreter setzten sich die insgesamt 26 Mitglieder des Beirates wie folgt zusammen: fünf Vertreter der Stadtratsfraktionen, fünf Fachkräfte, Carolin Moser von der Koordinierungsstelle „Kaufbeuren aktiv“ sowie 13 MigratInnen. Die Zusammensetzung der 13 MigrantInnen ist nach Herkunftsländern bestimmt: fünf AussiedlerInnen, drei Europäer, zwei Türken, eine(r) aus Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika), ein(e) AfrikanerIn, eine Person aus Asien und Ozeanien. In einer ersten Vorstellungsrunde konnten Wünsche sowie Vorstellungen geäußert werden. Maria Dietrisch beispielsweise unterstrich die Wichtigkeit der Sprache, denn wer die Sprache beherrsche, könne sich auch besser integrieren. Ein weiteres Mitglied erklärte, dass „Integration nur funktioniere, wenn sich nicht nur in die deutsche Kultur eingebracht werde, sondern auch anders herum.“ „Es muss das Zusammenleben stimmen“, ist Pfarrer Werner Appelt der Überzeugung. Weitere Mitglieder ergänzten, dass Integration alt und jung ansprechen müsse, keine Einbahnstraße sei und schon in frühen Jahren beginnen müsse. Da bereits viele Ideen und Anträge vorliegen, tagt das Gremium bereits am Donnerstag, 15. April, wieder. Rund 20000 Euro stehen dem Fachgremium für Integration zur Verfügung. Oberbürgermeister Bosse sieht vor allem in verschiedenen „konkreten Projekten“ die Chance viel für die Integration in Kaufbeuren zu bewirken. Einstimmig beschlossen wurde bei der konstituierenden Sitzung die Geschäftsordnung des Integrationsbeirates. Die Mitglieder: Die 26 Mitglieder des Integrationsbeirates: Vorsitzender: Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) Stellvertreter: Walter Nocker (CSU) Geschäftsstelle „Kaufbeuren aktiv“: Carolin Moser (nicht stimmberechtigt) Stadtratsmitglieder: Bernhard Pohl (FW), Helga Ilgenfritz (SPD), Ulrike Seifert (Grüne), Angelika Lausser (KI), Ulrich Wiedemann (FDP) Fachkärfte: Pfarrer Werner Appelt (Arbeitskreis Asyl), Waltraud Meis ( ev. Kirche, Netzwerk für Aussiedler), Martin Valdés-Stauber (Vielfalt Begleitausschuss), Nevzat Aydogdu (Türkisch-Islamischer Verein), Peter Heel oder Michael Böhm (Stadtjugendring) 13 MigrantInnen: Maria Dietrich, Marina Fix, Wladimir Walter, Waldemar Mertin und Waldemar Gossen (alle Aussiedler); Nelly Heinz-Alegre, Ekaterina Mouza, Carmine Macaluso (alle Europa); Resit Sevimli, Nese Karabudak (alle Türkei); Gisele Loriggio Borelli-Montigny (Amerika), Emmanuel Kileo (Afrika); Pater Joshy Palakunnel (Asien).

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