Zweiter Anlauf für Breitbandzugang

Von diesem Kabelverzweiger geht’s mit Kupferleitung zum Endkunden Foto: Bauer

Als eine Art Daseinsvorsorge könne man die Verfügbarkeit eines schnellen Breitbandanschlusses betrachten, erklärte Bürgermeister Lars Leveringhaus (CSU) in der Marktratssitzung, aber dies sei jetzt noch Zukunftsmusik. Die Entscheidung, welcher Anbieter zur Anbindung von Ebersbach an die Datenautobahn ausgewählt werden soll, wurde im nicht öffentlichen Teil der Sitzung getroffen. Hier sprachen sich Räte für eine Vergabe an die LEW-TelNet aus.

Das erste Auswahlverfahren zur Suche eines geeigneten Anbieters habe man abbrechen müssen, so Leveringhaus, weil kein passendes Angebot eingegangen sei. Nun habe man die schnelle Breitbandanbindung für Ebersbach ein zweites Mal ausgeschrieben und freue sich über zwei attraktive Glasfaseangebote. Allerdings bestehe eine Deckungslücke beim Eigenanteil von 40 bis 50-Tausend Euro, denn man sei ursprünglich von nur 80000 Euro ausgegangen. Eine satellitengestützte Anbindung oder aber eine Funklösung bringe nicht die gewünschte Leistung, erläuterte der Bürgermeister den Räten, so dass er dringend eine Versorgung auf Glasfaserbasis empfehle. Der Bau der Leitung könne bereits in 2011 beginnen und würde über die Kaufbeurener Straße nach Ebersbach erfolgen. Hier könnten dann zwei Kabelverzweiger angeschlossen werden, von denen dann die Versorgung der Einzelhaushalte über Kupferleitung erfolge. Herbert Heisler (FW) empfahl seinen Ratskollegen trotz der Mehrkosten dringend zur Zustimmung, denn das Förderprogramm laufe aus und man solle die 100000 Euro Fördermittel auf jeden Fall mitnehmen. Kritisch äußerte sich Max-Josef Schwarzer (FW), der zwar anerkenne, dass dies die beste Lösung sei, aber andere wichtigere Maßnahmen anstünden. Da blieben hohe Kosten an der Marktgemeinde hängen, von denen die Mehrheit der Bürger nichts habe. Auch Reinhard Kiechle (Grüne) sah die Angelegenheit nicht ganz so optimistisch, denn vom schnellen Datenanschluss blieben beim Verbraucher nach 500 bis 600 Metern Kupferleitung allenfalls sechs MBit Datentransferrate übrig. Zukunftsweisend sei diese Technik, erklärte Wolfgang Böhnke (CSU), denn immer mehr Privatleute wollten Zugang zum schnellen Internet. Wie die Entscheidung zur Vergabe ausfallen sollte, blieb zunächst im Dunklen, da sich die Gemeinderäte dieses Votum für den nicht öffentlichen Teil vorbehalten hatten. Auf Anfrage des Kreisboten teilte Bürgermeister Leveringhaus einen Tag nach der Sitzung mit, dass die Markträte sich für die LEW-TelNet entschieden hatten. Für den Endkunden, also für die Strecke vom Netzknoten zum „User“ sei dann die M-net GmbH mit ins Boot geholt worden. Es handelt sich hierbei um die gleiche Konstellation, für die sich die benachbarte Gemeinde Günzach entschieden hatte (wir berich- teten). Die jetzt beschlossene Lösung bietet, so der Bürgermeister, eine Glasfaseranbindung von Eberbach mit 50 MBit/sec und soll den Etat von Obergünzburg mit einem Eigenanteil von 139000 Euro belasten, vorausgesetzt, die Fördermittel von 100000 Euro werden zur Verfügung gestellt.

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