Großer Traum geht in Erfüllung

"Mit Nächstenliebe um Kranke kümmern"

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Lisa Weixler geht für 12 Monate als Missionarin auf Zeit nach Tansania.

Dietmannsried – Endlich das Abi in der Tasche, dann heißt es nix wie weg! Viele junge Menschen nutzen die Zeit nach dem Schulabschluss, um erst einmal Auslandserfahrungen zu sammeln.

Für manche ist eine Fernreise mit Rucksack und Daumen das einzig Wahre, andere entscheiden sich für ein Jahr als Au-pair. Die 19-jährige Lisa Weixler aus Überbach bei Dietmannsried erfüllt sich mit einem zwölfmonatigen Missionarsdienst in Tansania einen großen Traum.

Am 28. August geht es los. Dann sitzt Lisa Weixler im Flieger nach Tansania. Ihr Ziel heißt Kigonsera, eine 20.000-Einwohner-Stadt im Süden des Landes. 12 Monate wird die Abiturientin dort mit Angehörigen des Ordens der Vinzentinerinnen in einem Kloster woh- nen und im örtlichen „Health Center“, einer kleinen Klinik, mithelfen. 96 Betten gibt es hier, eine Ambulanz, eine Entbindungs- und eine Zahnstation. Die Zustände sind Welten von den unsrigen entfernt. „Soviel ich weiß, tut hier ein einziger Arzt hin und wieder Dienst“, sagt Lisa.

Dem Blog einer ihrer Vorgängerinnen in Kigonsera ist des Weiteren zu entnehmen, dass es weder im sogenannten „OP“, noch im Kreißsaal fließendes Wasser gibt. Das alles schreckt die kirchlich engagierte 19-jährige Allgäuerin nicht ab. Zur Vorbereitung auf ihr Auslandsjahr absolviert sie in den kommenden Wochen Praktika in deutschen Krankenhäusern und paukt zudem die wichtigsten Einstiegs-Redewendungen in der Sprache Kisuaheli. Ihre Aufgabe als „Missionarin auf Zeit“, als die sie vom Freiwilligendienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammen mit einigen anderen engagierten jungen Leuten in das ostafrikanische Land entsendet wird, will sie ganz pragmatisch mit Leben füllen: „Ich will meinen Glauben einfach durch mein Verhalten weitergeben, zum Beispiel, indem ich mich mit Nächstenliebe um die Kranken kümmere.“ Afrika habe sie schon immer gereizt. Hinzu kam der Wunsch, „dem Ruf Gottes, den ich verspürt habe“, zu folgen.

"Aus heiterem Himmel"

Nachdem ihr Vater sich für ihre ursprünglichen Pläne, auf eigene Faust nach Nigeria zu gehen, nicht erweichen ließ und Plan B, ein Missionsdienst bei den Franziskanerinnen nicht zustande kam, kam „wie aus heiterem Himmel“ der Gedanke, es mit der Hilfe und unter dem Schutz der Vinzenti- nerinnen zu versuchen. Ein einziger Platz war in dem Auslandsprogramm noch frei. Es sollte wohl so sein.

Seit Monaten laufen nun schon die Vorbereitungskurse, in denen manche Naivität abgelegt werden muss und bei denen Tipps für die interkulturelle Kommunikation sowie eventuelles Krisenmanagement erarbeitet werden. „Ich habe eigentlich kaum konkrete Erwartungen“, gibt Lisa zu. Vielmehr wolle sie alles auf sich zukommen lassen. „Ich glaube, dass die Menschen dort ihren Glauben authentisch leben – darauf freue ich mich.“ Emotional schwierig könne es hingegen werden, angesichts der allgegenwärtigen Armut als Angehörige der Schwestern „zu den Reichen“ zu gehören.

Den Kontakt mit den Eltern und Freunden zuhause will Lisa Weixler im kommenden Jahr in erster Linie durch Briefe halten. „Meinen Laptop lasse ich hier. So kann ich besser im neuen Umfeld ankommen.“ Immerhin wird, auch als Zugeständnis an den immer noch arg besorgten Vater („meine Mutter freut sich für mich, die hätte sowas selbst gern gemacht“), ein Handy eingepackt.

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