6000 Kunstwerke zu haben

Es ist vertrackt. Kunst hat in unserer Zeit einen merkwürdigen Stellenwert und wenn die Kunstschaffenden am Ende ihres Weges angekommen sind, beginnt auch schon das große Vergessen. Das geht vielen namhaften Künstlern so, von den eher unbekannten und trotzdem geschätzten Kunstschaffenden ganz abgesehen. Auch Isny hat dafür Beispiele parat. Zum Beispiel Fridel Dethleffs-Edelmann und ihre Tochter Ursula Dethleffs.

Mit dem Namen der Künstlerinnen verbinden viele vor allem die Firma in Isny, aber die hat die Familie Dethleffs schon im Jahre 1972 veräußert und sich aus dem Wohnwagengeschäft zurück gezogen. Isny hatte schon seine „Alleinstellungsmerkmale“, auch wenn es dieses Wort noch nicht gab, als die Mutter, Fridel Dethleffs-Edelmann, nach Isny kam und mit anderen Künstlern fast so etwas wie Worpswede auf die Beine stellte. Tochter Ursula schlug ebenfalls die Richtung ihrer Mutter ein, auch wenn sich die Arbeiten immer voneinander unterschieden. Letzter Blick Wissen Sie noch wie die Bilder oder Plastiken der Damen aussahen? Bernd Riedle, Erbe des Nachlasses und treuer Hüter der aus rund 6000 Werken bestehenden Sammlung, hatte jüngst der VHS die Gelegenheit geboten, noch einmal die großzügigen Ausstellungsräume zu besuchen und einen Eindruck von der Schaffenskraft der beiden Künstlerinnen zu bekommen. Mehr als fünfzig Wissensdurstige hatten sich beim Haus am Dethleffsweg eingefunden. Seit 15 Jahren beschützt, betreut, katalogisiert und verwaltet Riedle Galerie und Bilder, nun aber ist er als Privatmann nicht mehr in der Lage, schon allein aus Kostengründen diese Arbeit fortzusetzen. Riedle beteuerte jedoch, dass die Bilder und Plastiken gut verwahrt werden, wenn er nun das Haus und den dazu gehörigen Grund zum Verkauf anbiete. Die Stadt Isny ist nicht willens oder in der Lage, diese Sammlung zu übernehmen. Aber wohin mit den 6000 Kunstwerken? Da weiß Riedle von anderen Künstlern zu berichten, die kurz vor ihrem Ableben aus der Not der Unterbringung heraus alle ihre Kunstwerke einfach verbrannten. So wird es mit den Arbeiten von Fridel Dethleffs-Edelmann und Ursula Dethleffs sicher nicht geschehen. Einige Werke hat die Stadt in ihrem Besitz und eine Reihe von Leihgaben sind ebenfalls im Rathaus zu bewundern. Bilder zu ersteigern Vor allem aber ist Riedle mit den Arbeiten in das Internet gegangen. Einige Bilder versucht er unter www.galerie-dethleffs.de zu versteigern. Die Galerie jedenfalls ist nun für (vorläufig) alle Zeiten geschlossen. Einige der Arbeiten der beiden Künstlerinnen sind in namhaften Museen zu finden. Da sollte man unter „Neue Sachlichkeit“ oder Kollagen und Plastiken schauen.

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