6000 Namen auf 400 Seiten

Der Erschaffer und sein Werk: Bernard Kühling vom Auktionshaus Kühling mit seinem Lexikon der Allgäuer Künstler. Foto: Spielberg

„Naturgemäß kann ein Mensch nicht alles wissen, wohl aber sollte er wissen, wo er bei fehlendem Wissen nachschlagen kann”, so Kreisheimatpflegerin Ingrid Müller anlässlich der Präsentation des ersten Allgäuer Künstlerlexion. Nach jahrelanger Schaffensphase stellte der Urheber und Autor Bernard Kühling im Auktionshaus Kühling jetzt sein Werk der Öffentlichkeit vor.

Kühling hat sich tatsächlich die Mühe gemacht und auf über 400 Seiten mit über 350 Abbildungen insgesamt 6000 Namen von Allgäuer Künstlern aus sechs Jahrhunderten zu sammeln, alphabetisch zu ordnen und das jeweilige künstlerische Schaffenswerk hinter dem Namen vorzustellen. Herausgekommen ist dabei ein erstaunlich detailliertes, von Fachwissen gezeichnetes Werk, indem jeder schnell über sämtliche Allgäuer Künstler oder Kunsthandwerker jeder Art Informationen und fundierte Fakten findet. Dabei bleibt das Werk immer übersichtlich und geordnet, eine Voraussetzung, um bei solch einem umfangreichen Werk einen Leseanreiz zu schaffen. Kritiker mögen meinen, ein solches Nachschlagewerk gehöre nicht nur als gedrucktes Buch auf den Allgäuer Büchermarkt, sondern seine Inhalte auch gleichsam ins Netz gestellt. Fraglich aber ist, ob Kühlings Werk nicht seinen verdienten Glanz verliere, wenn man es nicht auch beim Lesen anfassen und ihn ihm herumblättern könnte. Schnell kann man sich selbst bei oberflächlichem Durchblättern im umfangreichen Wissen des Lexikon verlieren und bleibt immer wieder hängen, um näher hinzuschauen und zu lesen. Es ist ein Buch zum „Arbeiten” für Stadtarchive, Kunsthistoriker, Auktionäre und Kunstbesessene und doch ist dem Autor auch ein Buch gelungen, das zum „Schmökern” einlädt. Bernard Kühling, einst ins Allgäu zugewandert, doch schon lange mit seiner Familie in Durach bestens integriert, begründete vor vielen Jahren als leidenschaftlicher Kunst- und Antiquitätensammler das Auktionshaus Kühling in Kempten. Waren die Räumlichkeiten zu Beginn seines Geschäfts in St.-Mang sehr beengt, so ist das Auktionshaus Kühling, das heute zentral am südlichen Königsplatz liegt, jedem in Kempten durch seine großen Ausstellungsräume bekannt, in denen sich interessierte Besucher vorab informieren können, was bei den in vierteljährlichen Turnus stattfindenden Auktionen an Kunstgegenständen und Antiquitäten versteigert wird. Der Verfasser sammelte sich so durch seine Berufstätigkeit als Auktionator und Kunstsammler in den Jahren ein so umfangreiches Wissen über regionale Allgäuer Künstler an, dass er nach eigener Aussage es als längst überfällig befand, daraus einmal ein „Allgäuer Kunstlexikon” zu verfassen und herauszugeben. Vor rund 50 geladenen Gästen und Vertretern der Medien wurde nun am vorvergangenen Freitag im Auktionssaal das so entstandene Werk im Rahmen einer Matineé vorgestellt, in der sich Gastredner W. Gunther Le Marie, Kunstmaler, Kulturmanager und Publizist, mit der Frage beschäftigte: Ist es eine Kunst sich über Kunst zu unterhalten? Er kritisierte den Mangel an Kultur und Ästhetik in der heutigen westlichen Welt, um gleichsam darauf hinzuweisen, wie wichtig eine Erziehung zur Kunst – dem Wahren, Guten und Schönen – für die Heranwachsenden sei. In seiner Laudatio lobte Durachs Bürgermeister Herbert Seger die Schaffenskraft und das entstandene Werk Kühlings und verwies auch auf dessen soziales Engagement in der Gemeinde Durach. Unisono beglückwünschten Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Dr. Katharina Bechler, Leiterin des Kultur- und Archivamtes Ravensburg, Andi Haid, Bürgermeister der Gemeinde Mittelberg/Kleinwalsertal und Kreisheimatpflegerin Ingrid Müller, Kühling zu seinem Allgäuer Kunstlexikon und meldeten schon vorab ihr Kaufinteresse an einem Exemplar des roten Nachschlagewerks an.

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