Aber bitte mit Zukunft

Wenn, dann richtig, lautete der Tenor, als am Donnerstag der Schul- und Kulturausschuss und der Bauausschuss gemeinsam über die geplante Mensa für die Staatliche Realschule und die Wittelsbacherschule diskutierten. Der Vorschlag des Hochbauamts, ein einstöckiges Gebäude an die Eberhardstraße zu bauen, fiel beim Großteil der Stadträte durch. Die Kritiker des Standorts würden mit lieber mit einem größeren Bau an der Salzsstraße gleichzeitig die Raumnot der Realschule bekämpfen.

Eine Mensa wird nötig, wenn die beiden Schulen von der fünften bis zur zehnten Klasse Ganztagszüge anbieten. 225 Schüler sollen in zwei Jahren täglich in der Mensa zu Mittag essen. Etwa in der Mitte zwischen Frühling- und Salzstraße, auf dem jetzigen Realschulparkplatz, hat die Verwaltung das zukünftige Mensagebäude vorgesehen, wie Therese Waldmann vom Hochbauamt erklärte. 185 Quadratmeter soll der Speisesaal umfassen, in dem die Schüler in zwei Schichten essen sollen. Weitere 85 Quadratmeter kommen für Ausgabeküche, Toiletten, Nebenräume und Eingangsbereich hinzu. 34 Parkplätze müssten weichen und die Halle 14 der Allgäuer Festwoche, die jedes Jahr auf dem Parkplatz steht, würde Richtung Salzstraße versetzt. Auch die Mensa würde für die Festwoche genutzt. „Wir haben mit diesem Gebäude die beste Anbindung an beide Schulen“, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) den Plan. Alternativ kämen die Schulhöfe als Standorte in Frage, die würde man dadurch allerdings kaputt machen, so das Stadtoberhaupt. „Ich finde, das macht die Eberhardstraße sogar interessanter“, meinte Stadträtin Elisabeth Brock (Die Grünen/FL) zu dem Entwurf, mit dieser Ansicht stand sie jedoch alleine da. Städtebauliche Bedenken äußerte allen voran der CSU-Fraktionsvorsitzende Erwin Hagenmaier. Er schlug einen Neubau entlang der Salzstraße auf dem jetzigen Parkplatz vor, der neben einer Mensa auch Klassenräume berherbergt. Die Auslagerung von Klassen aus der Realschule könne man so verhindern. Derzeit weichen einige Realschulklassen wegen der akuten Raumnot in die Wittelsbacher- und die Schwaigwiesschule jenseits der Salzstraße aus. An die Zukunft denken Derzeit wird das Schulgebäude saniert. Dadurch müssen Klassen zeitweise in Container ausweichen doch auch hernach werde die Raumnot weiter bestehen, wie Konrektor Siegfried Oberdörfer bei der Feier zum Baubeginn dem KREISBOTE erklärt hatte. „Ich freue mich über den Vorschlag des Herrn Hagenmaier“, meinte Oberdörfer, der für die SPD im Stadtrat und im Bauausschuss sitzt. Schwer taten sich die Mitglieder beider Ausschüsse jedoch damit einzuschätzen, was für Räume und wie viele gebraucht würden. „Eine konkrete Aussage kann Ihnen kein Mensch machen“, erklärte Jugend- Schul- und Sozialreferent Benedikt Mayer zum Thema zukünftige Schülerzahlen. Das Problem: Zwar gehen die Schülerzahlen zurück, das sorgt aber nur dann für weniger Raumbedarf, wenn die Klassenstärken gleich bleiben. Bildet man kleinere Klassen, braucht man mehr davon und entsprechend mehr Räume. Und niedrige Klassenstärken seien besonders bei den Ganztagsklassen nötig, so Oberdörfer. Grünen-Stadtrat Hans Mangold schlug einen einstöckigen Bau in Holzrahmenbauweise vor, der kostengünstig sei. Bei Bedarf könne man dann ein Stockwerk draufsetzen. Mensa auf Stelzen? Die Variante, ein Mensa-Gebäude in einem der Schulhöfe zu bauen, fand in der CSU-Fraktion Befürworter. Die Kulturbeauftragte Hildegard Greiter sah zwar ein, dass es dadurch eng würde auf Pausenhof, aber „es gibt auch andere Schulen, die einen kleinen Pausenhof haben. Die müssen auch damit zurecht kommen“, meinte sie. Ein Gebäude auf Stelzen konnte sich Stadtrat Andreas Kibler (CSU) vorstellen nach dem Vorbild einer Mensa der Uni Augsburg. Die Fläche unter dem Gebäude hätte aber nicht die erwünschte Aufenthaltsqualität, meinte Baureferentin Monika Beltinger, auch sei ein behindertengerechter Zugang schwierig. Generelles Problem der Schulhof-Variante: Um die Abstandsflächen zu den Nachbarn einzuhalten, müsste die Mensa mitten auf dem Hof stehen, nicht am Rand. Eine neue Lösung muss also her. Die zu erarbeiten ist nun Aufgabe der Verwaltung.

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