Größtes Kinderfest der Stadt

Schwungvoller Anfang und spritziges Ende

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Liane Schwarz singt „Don’t know why“, die Allgäu Swing Bigband begleitet sie unter der Leitung von Holger Seitter (rechts).

Kempten – Die Stimmung war meist gut auf dem diesjährigen Altstadtfest am Samstag. Rund um den St.-Mang-Platz lockten verschiedene Vereine mit abwechslungsreichen Angeboten für Klein und Groß. Besonders Kinder, Jugendliche und Junggebliebene kamen auf ihre Kosten. Doch es gab auch kritische Töne.

Nicht Politiker, sondern Musiker eröffneten heuer offiziell das Altstadtfest. Die „Allgäu Swing Bigband“ spielte unter der Leitung von Holger Seitter schwungvollen Jazz. Doch das Publikum vor der Bühne auf dem St.-Mang-Platz blieb anfangs spärlich. Das lag am Wetter. Die Sonne schien so stark, dass nur die Sitzplätze im Schatten begehrt waren. Die Feier drohte eine ähnlich „heiße Sache“ wie das Stadtfest vor zwei Wochen zu werden. Aber dann wehte eine frische Brise, die immer stärker wurde. „Ich weiß gar nicht, wo der Wind plötzlich herkommt“, sagte Stefan Keppeler, Vorsitzender des Stadtjugendrings (SJR) Kempten. Zusammen mit dem hiesigen Diakonischen Werk und den Altstadtfreunden veranstaltete der SJR die Feier, die gleichzeitig das größte Kinderfest der Stadt ist. Keppeler holte die Diakoniegeschäftsführerin Indra Baier-Müller und den Vorsitzenden der Altstadtfreunde, Dietmar Markmiller, zu sich nach vorne. Beim Altstadtfest gehe es darum, dass sich „Institutionen vorstellen und darstellen“.

Als einen der Höhepunkte kündigte Keppeler die „Peaches“ an, die rein weibliche Workshopband des SJR. Dann ergriff der Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle kurz und knapp das Wort: „Wir haben vor nicht allzu langer Zeit ein schönes Stadtfest gehabt, dann das Burghaldefest und so geht die Reihe eben weiter. Sehr zum Wohl miteinander.“

Nach und nach erschienen immer mehr Familien. Die evangelische Jugend Kempten und die flexible Jugendhilfe hatten einen gemeinsamen Stand neben dem Haus Lichtblick. Dort konnten Kleinkinder gelbe Badeenten aus dem blauen Planschbecken angeln. Manchmal musste der Papa oder die Mama eingreifen, wenn die Kleinen zu eifrig bei der Sache waren.

Große Seifenblasen ließen Eltern und Kinder bei der „Fachakademie für Sozialpädagogik der christlichen Jugendhilfe Kempten“ entstehen. Manche drehten sich dabei so heftig im Kreis, dass das keine Blasen in die Luft stiegen, sondern Seifenwasser auf der Kleidung der Vorbeieilenden landete. Aber Hauptsache, die Kinder hatten ihren Spaß.

Auf dem Rathausplatz war es noch ziemlich leer. Bei „terre des hommes“ konnte man mit Hilfe von Luftballons, Sand und Stiften lustige Knautschgesichter gestalten. Ein Jugendlicher spielte Bowling am Stand des Aktionskreises familienfreundliches Kempten. Doch er hatte keine Kugel in der Hand, sondern die Fernbedienung für einen Videospiel. Die Kegelbahn und die Kegel befanden sich auf einem Flachbildschirm. „Wir machen immer wieder Aktionen, um präsent zu sein und unsere Mitglieder mitzunehmen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Franz Josef Natterer.

Nun wurde die Wetterlage immer unsicherer. Der Himmel zog sich zu, einzelne Tröpfchen fielen. Der Kinderflohmarkt fand dieses Mal auf dem Sigmund-Ullmann-Platz statt. Mädchen und Jungen boten auf Decken vor allem Spielzeug feil. Am frühen Nachmittag hellten sich der Himmel und die Stimmung wieder auf. Das Diakonie-Kaufhaus veranstalte wie im vergangen Jahr eine Modenschau. Dekan Jörg Dittmar moderierte die Show. „Das zieht man an, wenn man abends ins Parktheater geht. Ob sie einen in diesem Alter noch hereinlassen, ist eine andere Frage“, sagte Dittmar, als „Model“ Thomas Heydenreich in legerer Herrenmode über den Laufsteg lief.

Hin und wieder waren kräftige Donnerschläge zu hören. Beim „Förderverein für Kirchenmusik an der St.Mang-Kirche“ konnte man zugunsten der Orgelsanierung auf die Pauke hauen. Dies taten große und kleine Kinder im Alter von null bis 80 Jahren. Kritische Töne gab es ebenfalls. Das Altstadtfest sei immer mehr auf Kommerz ausgerichtet, meinte eine Besucherin, die vom Rathausplatz kam.

Franziska Kampfrath

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