Erfolgreiche Aktion von Künstlern für Flüchtlingsprojekt

"Positive Erfahrung"

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Die Aktion „MEHR ALS KUNST“ lockte an drei Tagen mehrere Hundert Besucher – darunter viele „Kaufwillige“ – in die Kemptener Kunsthalle.

Kempten – Als „großen Erfolg“ und eine „ganz positive Erfahrung in ideeller als auch wirtschaftlich-finanzieller Hinsicht“ bezeichnete die Kemptener Künstlerin Barbara Wolfart die von ihr initiierte Aktion „MEHR ALS KUNST“.

Drei Tage lang, von vergangenem Freitag bis einschließlich Sonntag, konnten in der Kunsthalle Kempten Arbeiten von Künstlern aus Kempten und der Region zum Einheitspreis von je 100 Euro erstanden werden. Die Einnahmen fließen in ein Projekt namens „Kultur-Café“, eine Plattform für Begegnungen zwischen Hiesigen und Menschen, die es durch Verfolgung, Krieg oder Not zu uns verschlagen hat. Aus den ursprünglich 44 Künstlern, die sich bereit erklärt hatten mindestens drei kleinformatige Werke zur Verfügung zu stellen, wurden 50, denn, wie Wolfart erzählte, gab es „Nachmeldungen“ von Künstlern, die erst später von der Aktion erfahren hatten. Bereits am Eröffnungsabend war ein regelrechter Ansturm auf die Kunsthalle zu beobachten, in der sich die Menschen – an eine Wallfahrt erinnernd – zwischen den Exponaten durchschoben. Da waren schnelle (Kauf-)Entscheidungen gefragt. 13.000 Euro konnte Wolfart am Ende der drei Tage verbuchen, womit die „Erwartungen übertroffen wurden“. Aus ihrer Sicht hat sich auch der Zeitraum von drei Tagen für das Projekt bewährt, für dessen Umsetzung sie „ganz viel Mithilfe“ bekommen habe. „Alle Künstler waren wirklich sehr kooperativ.“

Und das Echo von Besucherseite? Die seien sozusagen „fünffach motiviert“ gewesen, meinte Wolfart: Durch die „Lust am Kunst-Kaufen“, die „Lust am günstig Kunst Kaufen“, die „Freude darüber, endlich von dem Künstler etwas kaufen zu können, den man schon immer wollte“, das „Gefühl etwas Gutes zu tun“ und schließlich auch die „Freude, ein Weihnachtsgeschenk zu finden“. Fast alle der zur Verfügung gestellten Arbeiten seien weggegangen, freute sich die Initiatorin über den stattlichen Betrag, der für das aktuell im Haus International gestartete „Kultur Café“ an die Diakonie übergeben werde. Sie sieht in dem Projekt durch immer besser werdende Sprachkenntnisse der Flüchtlinge gutes Entwicklungspotential. Wichtig sei ihr aber auch, „dass sie unser Land kennen lernen und was es bedeutet, in einer Demokratie zu leben“.

Christine Tröger

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