Albert Miller folgt auf Janine Rall

Janine Rall (links) präsentiert die von ihr gestiftete Festwochenscheibe, die den Gefallen von Josef Beer, Erster Schützenmeister der FSG Kempten, findet. Foto: Kampfrath

Die Königlich-Privilegierte Feuerschützengesellschaft (FSG) Kempten hat es bei ihrem Festwochenempfang wieder krachen lassen. Neben dem Bankett gehörte das Schießen auf eine Ehrenscheibe zu der Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet. Das Trefferziel war am Montagabend im Schützenhaus Rothkreuz ein gemalter roter Diamant. Neuer Festwochenkönig wurde Albert Miller, der Janine Rall ablöste.

Dieses Jahr verwandelten sich die Teilnehmer des Wettschießens gewissermaßen in Schatzjäger. Die Festwochenscheibe zeigte heuer eine Truhe mit Goldstücken, Edelsteinen, Ringen, Ketten und einer Armbanduhr. Die Schatzkiste trug die Aufschrift „Kinzel und Rall“. Gestiftet hatte die Ehrenscheibe der Tradition folgend diejenige, die vor zwei Jahren das Schießen gewonnen hatte. Janine Rall landete damals den genauesten Treffer und war damit die erste Festwochenkönigin. Die diesjährige Scheibe mit dem Durchmesser von rund einem Meter hatte sie entworfen und gemalt. Das Motiv erklärt sich daher, dass Janine Rall gelernte Goldschmiedin ist. Auch das Bankett muss laut Tradition der amtierende Festwochenkönig finanzieren. „Die Tradition ist für die Schützengesellschaft wichtig, was man an den vielen Schützenscheiben hier sieht“, sagte Josef Beer, Erster Schützenmeister der FSG. Die Ehrenscheiben seien immer ein Spiegel der Zeit, erklärte der Schützenkommissar Josef Leonard Schmid. Er zeigte eine der ältesten Hochzeitsscheiben, die das Kemptener Rathaus darstellte. „Damals gab es wohl noch keine Vorgaben für die Dezibel“, meinte Schmid wegen der ziemlich großen Einschusslöcher. Der Stadtrat verwies auf eine Scheibe aus dem Jahr 1908, auf der die alte Schießanlage am Haubenschloß zu sehen war. Den ersten Festwochenempfang habe man 1984 gefeiert. Janine Rall erinnerte sich an ihren Sieg: „Als ich vor zwei Jahren mit meinem Vater zum ersten Mal zu dieser Veranstaltung kam, wusste ich noch nicht, was mich erwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass man als Laie einen großen Treffer landen kann.“ Sie widmete die Scheibe ihrer Familie. „Ich wäre froh, wenn die Schützengesellschaft eine solch gefüllte Schatztruhe hätte“, verkündete Josef Beer nach der Enthüllung der Festwochenscheibe. Nach dem Essen ging er auf die Pläne der FSG ein. Die Schießanlage in Rothkreuz sei 1951 gebaut worden. 1984 habe man sie um eine Kleinkaliber- und Luftgewehranlage erweitert. „Aber wir müssen weiterbauen.“ Geplant seien eine hundert Meter lange überdachte Anlage und ein fünfzig Meter langes Kugelfanghaus, das rechtwinklig dazu stehen solle. „Die Kosten belaufen sich auf 800 000 bis eine Million Euro“, so Beer. Die Überdachung sei wegen des Lärmschutzes notwendig. „Wir haben Sie eingeladen, weil wir wissen, dass wir viele Sponsoren im Verein haben.“ Als Aufwärmübung stand das Schießen auf Bildscheiben mit rund 25 Zentimeter Durchmesser an, auf denen das Rathaus abgebildet war. Die Teilnehmer zielten darauf liegend mit einem kleinkalibrigen Sportgewehr, wobei jeder zwei Schuss hatte. Alle Gäste durften sich im Bogen- und Pistolenschießen probieren. Mitglieder der FSG halfen ihnen dabei. Beim Feuern auf die Königsscheibe, das im Stehen geschah, hatte jeder nur einen Schuss. Den Anfang machte Rall, ihr folgten 28 Schützen. Nach jedem Versuch steckte ein Helfer einen kleinen nummerierten Stöpsel in das entstandene Loch. Nach einem der letzten Schüsse fiel die Scheibe von dem Holzständer, der kaputt war und ersetzt werden musste. Am Ende schauten sich Josef Beer und andere die Stöpsel auf der Zielscheibe genau an. „Anton Prinz hat auf die Uhr geschossen. Das war sicherlich Absicht“, bemerkte der Schützenmeister. „Ich war aber nicht der Einzige, der diesen Gedanken hatte“, lachte Prinz. Einer habe tatsächlich die Mitte des roten Diamanten getroffen, erläuterte Beer. Albert Müller hieß der Schütze, der als Siebenter sein Glück versuchte. Zweiter wurde Maximilian Döbler, der damit die Wurstkette erhielt. Auf dem dritten Platz landete Lothar Mayr, der die Brezenkette gewann. Bester Schütze beim Zielen auf die Bildscheibe war Joachim Kuhn. „Ich bin völlig überrascht und wollte niemandem etwas wegnehmen“, beteuerte der neue Festwochenkönig Albert Miller. Am Mittwoch, 15. August, wird die FSG mit ihm bei der Festwoche einziehen.

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