Das Allgäu ist jetzt europäisch

Eine Marke gibt Orientierung, baut auf Emotionen und ruft Assoziationen hervor. Diese Aspekte treffen alle auch auf die Marke „Allgäu“ zu, die vor kurzem einen weiteren Schritt in ihrer Weiterentwicklung gemacht hat: das Logo wurde in Form der Wort-/Bildmarke als europäische Gemeinschaftsmarke angemeldet.

Die Allgäu Marekting GmbH, die offizielle touristische Dachorganisation der Allgäuer Tourismus- und Freizeitwirtschaft, ist seit einigen Jahren unter anderem damit beschäftigt, die Marke „Allgäu“ weiter zu entwickeln und umzusetzen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt war dabei auch die Gestaltung des Logos. Das 1995 vom Tourismusverband Allgäu/Bayerisch Schwaben eingeführte mehrfarbige Logo warb noch mit einem Schriftzug für die „Bayerischen Alpen“. Neun Jahre später folgte dann die Abänderung des Textes hin zu „Urlaub in den Alpen“. Im Jahr 2007 wurde der aktuelle weiße Schriftzug im blauen Quadrat als plakatives Logo für die gesamte Urlaubsregion neu gestaltet und mit der Internetadresse zur Allgäu-Website www.allgaeu.info versehen. Diese wurde 2008 jedoch wieder vom Logo entfernt. Stattdessen schwebt über dem Schriftzug nun ein kleines ®, das das Allgäu als „registered trademark“ zu erkennen gibt. Welche Prozesse außerdem mit der Registrierung des Allgäus als Europäische Gemeinschaftsmarke verbunden sind, erläuterten die Verantwortlichen und die für die Eintragung zuständige Kanzlei Pfister&Pfister vergangene Woche in einem Pressegespräch. Die eingetragene Marke und ihr Logo seien die Grundlage für eine konsequente Marketing-Strategie in Deutschland und Europa. Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu Marketing, verdeutlichte die Wirkung der Marke: „Hinter dem Zeichen Allgäu kann man Urlaub vermuten, es gibt ein gewisses Versprechen ab. Diese Erwartungshaltung soll dann natürlich auch erfüllt werden.“ Außerdem werde der Gast durch ein „markenerfülltes“ Erlebnis an die Destination gebunden. "Schwere Geburt" Dennoch sei die Eintragung eine „schwere Geburt“ gewesen, bemerkte der Patentanwalt Stefan Pfister. Die Politik durch das deutsche Markenamt wurde verschärft, es stellte sich die Frage, ob die Marke zu sehr an die Herkunftsbezeichnung „Allgäu“ anlehne. Von Vorteil war die Etablierung des Flughafens in Memmingen, der den Name „Allgäu“ nach Europa hinaustransportierte. Wie stark die Position der Marke bereits jetzt schon ist, zeigt sich an den 33 Millionen Produkten, die in diesem Jahr das Allgäu-Logo tragen. Darunter verschiedenste Print-Produkte und Mode-Artikel aber auch Gläser und Verpackungen bekannter Waren von den Stegmann Emmentaler Käsereien bis hin zum beliebten Händlmaier-Senf. Die Bestandteile, die nun durch die Registrierung geschützt sind, lassen sich in das Logo einerseits und die Waren und Dienstleistungen der eingetragenen Klassen andererseits unterteilen. Dazu zählen zum Beispiel die Beherbergung und Verpflegung von Gästen, die Veranstaltung und Vermittlung von Reisen oder die Produktion von Kleidung. „Das heißt“, erklärte Pfister, „dass niemand anderes als die Allgäu Marketing das Recht hat, unter der Marke Allgäu Produkte aus diesen Klassen zu vertreiben.“ Natürlich finde jedoch eine Kooperation mit interessierten Unternehmen statt. Joachim: „Für die Zukunft wird ein Markenbeirat als unabhängiges Unternehmen eingeführt. Dieser entscheidet dann anhand bestimmter Kriterien, ob die Verwendung des Allgäu-Logos durch den Antragsteller genehmigt wird. Eine unerlaubte Benutzung der Marke kann Strafmaßnahmen zur Folge haben.“ Wachsames Auge „Trotz all dem Erfolg haben wir natürlich Mitbewerber“, so der Geschäftsführer der Marketing GmbH weiter. Deshalb sei es nun wichtig, Bekanntheit und Verbreitung der Marke weiter zu steigern, und gleichzeitig ein wachsames Auge auf die Wahrung der eigenen Markenrechte zu halten.

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