Allgäuer Hightech

Porsche-Vorstand Dr. Wolfgang Dürrheimer. Foto: Matz

Was haben Hightech aus Stuttgart und Allgäuer Tüftler und Mächler gemeinsam? Nicht viel? Oh doch, einiges sogar: Denn in den Porsche-Modellen der vergangenen Jahre steckt jede Menge Allgäuer Wissen und Hartnäckigkeit. Entwicklungsvorstand beim Stuttgarter Sportwagenhersteller ist der Martinszeller Dr. Wolfgang Dürrheimer, außerhalb des Allgäus wohl weitaus bekannter als zu Hause im Allgäu. Am vergangenen Freitag stellte sich Dürrheimer im Rahmen des Projekts „Allgäuer Köpfe“ im Kemptener Porsche-Zentrum der heimischen Öffentlichkeit vor.

Am Donnerstagabend noch in Wolfsburg, am Freitagnachmittag bereits wieder im heimischen Allgäu in Kempten. Nicht nur Porscheautos sind schnell, auch die Köpfe, die hinter ihnen stecken. „Wer als Zweiter ins Ziel geht, ist nur erster Verlierer“, erklärte Dürrheimer das Credo der Automarke, an deren Erfolg er maßgeblich beteiligt ist. Der 52 Jahre alte Martinszeller Manager ist seit 1999 bei Porsche und mittlerweile Entwicklungsvorstand im Forschungs- und Entwicklungszentrum Weissach bei Stuttgart. Im Kemptener Porsche-Zentrum sprach er am Freitagnachmittag vor einigen geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft über seine Arbeit in der Automobilindustrie und die Herausforderungen der Zukunft für die Branche. Die ist vor allem geprägt von den Klimaschutz-Zielen der Bundesregierung, die eine Senkung des durchschnittlichen Verbrauchs bis 2012 um 25 Prozent verlangt. „Wir müssen uns nach diesen Regularien richten und unsere Autos dementsprechend entwickeln“, erklärt der Porsche-Manager. Porsche sei dabei auf dem richtigen Weg, betonte Dürrheimer. Bereits jetzt habe das Unternehmen drei Cayenne mit einem Durchschnittsverbrauch von unter zehn Litern im Angebot. Viele Parallelen Mit den Ansprüchen an den Klimaschutz steigen aber auch die Anforderungen an die Entwickler. Denn neben sparsamen Autos verlangen die Kunden gleichzeitig immer mehr Leistung und eine noch höhere Sicherheit, was die Autos wiederum immer schwerer macht. Um dieses Spagat zu meistern, so Dürrheimer, setze Porsche insbesondere auf eine hohe Effizienz seiner Autos. Derzeit tüftle man beispielsweise an einem 918 Spyder, der es mit einem Verbrennungsmotor und drei zusätzlichen E-Motoren auf immerhin 750 PS bei einem Durchschnittsverbrauch von drei Litern Benzin bringe. „Der schnellste Porsche überhaupt auf dem Nürburgring“, schwärmte Dürrheimer. Bereits im Januar wolle der Sportwagenbauer entscheiden, das Fahrzeug in Serie gehen zu lassen. Dass sich E-Autos allerdings künftig gegen herkömmliche Benziner durchsetzen, glaubt der Ingenieur nicht. Vielmehr sei das Hybrid-Fahrzeug weitaus zukunftsfähiger. Parallelen zwischen seinem 4000 Mann starken Forscherteam in Weissach und den Allgäuern zu ziehen, fiel Dürrheimer leicht. „Handwerkskunst und intelligente Köpfe – das macht auch das Allgäu aus“, so der Manager.

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