Alternative zur Kita

Acht Tagesmütter hat Bürgermeister Josef Mayr (CSU) am Freitag ihre Pflegeerlaubnisse überreicht. Sie haben die Qualifikation als Tagesmütter erhalten und wollen fortan ihre Dienste in Kempten anbieten. Das Kinderbetreuungsangebot durch Tagesmütter werde immer mehr von den Eltern der Stadt Kempten angenommen, so Mayr. Bisher gab es in Kempten 28 Tagesmütter mit 68 Kindern, dies entspricht etwa drei Kinderkrippengruppen. Nun könnten weitere 14 Kinder in einem familiären Umfeld betreut werden.

Stefanie Beyer (32), Frener Vogler (29). Anna Srpak (32), Marion Laurent (34) Justin Pech (23), Michaele Kuzu (33), Kerstin Jung (34) und Jasmin Auer kümmern sich künftig Kinder von berufstätigen Eltern. Mayr bedankte sich für die Bereitschaft zum Mitmachen und für das Angebot, Kindern bei ihrem Start ins Leben bestmöglich behilflich zu sein. Des Weiteren sei er stolz, dass die Stadt so ein starkes Angebot heute leisten kann. Tagesmütter ergänzen das bisherige institutionelle Angebot in Kempten. Auf Grund der familiären, warmen Art sei das eine Alternative mit einer speziellen Qualität, meinte Matthias Haugg, Leiter des Jugendamts. Das Jugendamt hat die Absolventen in 100 Stunden qualifiziert. Inhalte waren die Aufgaben, Rechte und Pflichten einer Tagespflege. Auch pädagogische Inhalte wie die Entwicklung des Kindes und der Bildungsauftrag zählten dazu. Eine Tagesmutter solle nicht nur betreuen, sondern sie solle auch bei der Bildung und Erziehung eine Rolle spielen, so Haugg. Nach der Grundqualifizierung müssen sich die Absolventen trotzdem jedes Jahr 15 Stunden fortbilden und sind verpflichtet, sich mindestens zweimal im Jahr mit einer Peergroup zu treffen. Das sind Gruppen von Tagesmüttern, die sich untereinander austauschen und gegenseitig Tipps geben. So soll sicher gestellt werden, dass die Qualität der Betreuung stimmt und auf dem aktuellen Stand ist. Eine Tagesmutter verdient bei einem Kind, das acht Stunden lang an fünf Tagen die Woche betreut wird 488 Euro im Monat. Eltern zahlen, soweit sie sich das leisten können, im Gegenzug nicht mehr als für einen Kinderkrippe, also für acht Stunden 100 Euro im Monat. Können sie es sich nicht leisten, übernimmt das Jugendamt die Kosten. Somit stelle die Tagespflege durch eine Tagesmutter eine echte Alternative zum bisherigen Angebot dar, so Haugg. Das Jugendamt überprüft die Tagesmütter in spe im Vorfeld auf verschiedene Kriterien. So zum Beispiel, ob das familiäre Umfeld stabil genug ist, denn die Aufnahme eines Tagespflegekindes sei eine beträchtliche Veränderung der gesamten familiären Situation. Sei es im Umgang mit den eigenen Kindern, aber auch im Umgang mit dem Partner. Wer sich für eine Ausbildung interessiert, kann sich über das Jugendamt Kempten informieren oder über die Homepage www.tagesmuetter-kempten.de.

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