Altes Gewölbe einfach abgerissen?

Im Zuge der Abrissarbeiten kam im Gebäude-Sporn des Hauses St.-Mangplatz 1 ein Gewölbe zum Vorschein. Foto: privat

Hat die Sozialbau im Zuge der Arbeiten auf dem ehemaligen „Sixt-Gelände“ ein altes Gewölbe mit abgerissen? Das warfen zumindest einige Anwohner der Firma vergangene Woche vor. Auf dem ehemaligen „Sixt-Gelände“ soll in der Altstadt ein Kompetenzzentrum für Energieeffizienz als Passivhaus entstehen (der KREISBOTE berichtete).

Die Abbrucharbeiten auf dem Gelände in der Straße An der Stadtmauer sind in vollem Gange. Im Zuge des Abrisses des südlichen Anbaus des Gebäudes St.-Mangplatz 1 soll Augenzeugen zufolge auch ein Erdgeschoss-Gewölbe mit vernichtet worden sein. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass dort etwas ist“, meinte Sozialbau-Geschäftsführer Herbert Singer vergangene Woche gegenüber dem KREISBOTEN. „Unseren Informationen zufolge ist der Gebäude-Sporn um 1959/60 neu aufgebaut worden.“ In der Denkmalliste sei er jedenfalls nicht aufgeführt. Die Arbeiten in diesem Bereich laufen Singer zufolge bereits seit langer Zeit und im Vorfeld sei auch mit Archäologen zusammengearbeitet worden. Eine Abbruchgenehmigung hatte die Sozialbau ebenfalls. Das versicherte auch Baureferentin Monika Beltinger am Freitag. Bevor die Abbruchgenehmigung mit vielen Auflagen erteilt worden sei, habe man sich viele Gedanken gemacht. Das Landesamt für Denkmalpflege habe dem Abriss auch zugestimmt. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass der Anbau ein neuzeitlicher Anbau ist“, so Beltinger. Singer bestätigte, dass während der Abrissarbeiten ein kleiner Teil Gewölbe zum Vorschein kam. Ob die Gewölbe alt waren, könne er nicht ausschließen, meinte der Sozialbau-Chef. Allerdings habe sich bei der Sozialbau ein Anrufer gemeldet, der sich ganz sicher ist, dass der Sporn um 1960 komplett neu aufgebaut wurde. Baureferentin Beltinger meinte am Freitag, dass das Gewölbe wahrscheinlich mindestens aus dem 18. Jahrhundert stammte. „Die Qualität kann jetzt aber nicht mehr beurteilt werden.“ In Zukunft müssten die Gebäude in der Altstadt im Vorhinein besser besichtigt werden, damit es nicht mehr zu solch einem unglücklichen Umstand komme, betonte sie.

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