In der Altstadt bewegt sich einiges

Zum Thema Künstlerhaus hatte Dietmar Markmiller (v.l.), Vorsitzender der Kemptener Altstadtfreunde, Sebastian Kern, Vorsitzender des Unterstützervereins Künstlerhaus, und dessen Stellvertreter Norman Graue eingeladen. Foto: Tröger

Seien es 16 000 Besucher in der Erasmuskapelle, das jüngst eröffnete „kunstreich“ des artig e.V. in der Alten Münze oder das beliebte Altstadtfest mit Kindertag – für Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Kemptener Altstadtfreunde, gab es bei der Jahreshauptversammlung eine Menge positiver Entwicklungen zu verzeichnen. Der laut OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) im Juli 2013 fertig werdende Neubau der Kindertagesstätte Oberlinhaus sowie die Sanierung der Suttschule – Baubeginn der noch ausstehenden Turnhalle im Mai, Fertigstellung im August 2013 – bezeichnete Markmiller als „wichtige Meilensteine für die Zukunft der Altstadt“.

Markmiller begrüßte, dass zunehmend auch wieder Privatleute in der Altstadt investieren würden. Fünf laufende Maßnahmen seien der Sozialbau zu verdanken. Laut deren Geschäftsführer Herbert Singer soll der Neubau des Passivhaus-Kompetenz-Zentrums „An der Stadtmauer 2-4” Ende des Jahres fertig gestellt sein. Es sei eine Herausforderung gewesen, „erstmals einen Passivhausstandard mit den Formen der Altstadt“ zu verbinden und mit der Firma Siemens sei zudem ein „potenter Mieter“ dafür gefunden worden. Als keinen „Lustkauf“ bezeichnete er den Erwerb des Gebäudes Kronenstraße 14 im vergangenen Jahr. Die oberen Stockwerke seien mit 20 Wohnungen sowie der Verwaltung (Baureferat) als Mieter von Flächen belegt. „Aber es geht um das Erdgeschoss“, ein Bereich, der einst „Altstadtcenter“ geheißen habe – „da wollen wir wieder hin“, hielt er sich allerdings weiter noch bedeckt. Baubeginn soll nach Abschluss der laufenden Planungen im September sein (siehe eigener Bericht auf Seite 7). Als Teil des Illerkonzeptes freute sich Markmiller über die Fortschritte beim Projekt „Rosenau Kempten – Leben am Fluss“. Dieses, so Helge Pietrek von der ROI Projektbau Holding, sei „vor 2009 nicht immer mit einem positiven Image behaftet“ gewesen. Inzwischen „leben die ersten Menschen dort“ und es werde „sehr schön angenommen“. Die aktuelle „Cabrioversion“ des Hauptgebäudes sei nötig, um die „massiven Abstützungen“ für die Bauarbeiten im Inneren vorzubereiten. Boleite wird saniert Für mehr Leben auf dem St.-Mangplatz haben Diakonie, Stadtjugendring (SJR), das Dekanat der St.-Mangkirche und die Altstadtfreunde Ideen erarbeitet. Die Anregungen reichten von Veranstaltungen zur Brauchtumspflege über Wettbewerbe aller Art und Sparten, bis zu Konzerten oder auch Kemptens „1. Grillmeisterschaft“. Als „verbesserungswürdige“ Punkte nannte Vorsitzender Markmiller Künstlerhaus, Burghalde und die Sanierung der Boleite, wobei letztere im Haushalt bereits berücksichtigt sei, wie aus den Reihen anwesender Stadträte zu hören war. Zum Nachdenken über Möglichkeiten der Innen- und Außengestaltung der Burghalde regte er mit computeranimierten Variationen an. Großes Interesse am Unterstützerverein für das Künstlerhaus bestätigten dessen Vorsitzender Sebastian Kern und sein Stellvertreter Norman Graue: 370 Mitglieder in nur zwei Monaten können sich sehen lassen. Graue versprach, dass in ihren „vielen Ideen“ zur Sanierung „das Schmuddel-Look-Flair erhalten bleiben wird“. Die Finanzierung soll laut Kern über Mitgliedsbeiträge, Pachteinnahmen und Sponsoren gedeckt werden. Wie OB Netzer erläuterte, stelle sich hier unter anderem die Frage, ob die Stadt als derzeitiger Eigentümer den Einfluss auf die Entwicklung dieses „wichtigen Bereiches“ auch in Zukunft wolle, oder ihn an einen privaten Investor abgebe. Im kommenden Haupt- und Finanzausschuss werde der städtische Einfluss vorgeschlagen. Mit der Sozialbau Kempten sei man bereits im Gespräch.

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