Kritischer Rundgang

Kein Interesse an der Burghalde?

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Dietmar Markmiller, wiedergewählter Vorsitzender der Altstadtfreunde.

Kempten – Auf einen kritischen Rundgang durch die Kemptener Altstadt nahm Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Altstadtfreunde, am Dienstagabend die zur Jahreshauptversammlung gekommenen Mitglieder mit.

Vor allem die Burghalde und ihr Zustand ist dem einstimmig wiedergewählten Vorstand nach wie vor ein Dorn im Auge.

Roger Mayrock, Leiter des Allgäuer Burgenmuseums, zeigte sich ebenfalls wenig glücklich über die Situation auf der Burghalde, die gerne und ausgiebig für heftige Trinkgelage von Schülern genutzt werde. Wegen der allerorts zerbrochenen Flaschen und Scherben sah er auch Gefahr für die Schafe, die nach Wunsch der Kemptener Altstadtfreunde den Burghügel künftig beweiden sollen.

Insgesamt stellte Vereinsvorsitzender Markmiller fest, dass man seitens der Stadt Kempten bei der Aktivierung der Burghalde „bis jetzt nicht ganz so konkret möchte wie wir“. Nachdem die letzten 17 Jahre nichts passiert sei, bleibe OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) ja noch ein Jahr sich hier zu profilieren, frotzelte er in Richtung Stadtoberhaupt. Eine Absage erteilte er der Aussage von Heimatvereins-Vorsitzendem Tillmann Ritter, der laut Medienberichten angeregt habe, den historischen Burghalde-Verschönerungsverein wieder zu beleben. Davon, dass dem Heimatverein die Burghalde am Herzen liegt, „haben wir die letzten Jahre nichts gemerkt“ und einen weiteren Verein „brauchen wir definitiv nicht“, stellte Markmiller unmissverständlich klar.

Im Rückblick stellte Sozialbau-Chef Herbert Singer eine beeindruckende Zahl an von der Sozialbau sanierten Gebäuden der letzten drei Jahre im Bereich der Altstadt vor. Neben dem noch bis 2013 im Rückbau befindlichen Künstlercafé in der Beethovenstraße nannte er unter anderem als weitere Herausforderung den „Schandfleck“ der Garagenreihe in der Gerberstraße, wo er sich künftig möglicherweise auch eine Tiefgarage vorstellen könne. Auch eine weitere Belebung des St.-Mang-Platzes ist geplant, unter anderem durch ein Open-Air-Kino, in dem immer wieder alte Filmklassiker gezeigt werden. 

Nicht mehr als ein Kiosk

Dekan Jörg Dittmar will die südliche Kirchenwand der St.-Mangkirche mit alten Holz-Kirchenbänken bestücken und auch ein „kleines Café“, unter anderem zur Überbrückung von Wartezeiten bei der Erasmuskapelle, zum Ticketservice in der Südhalle der Kirche einrichten.

Und wie geht es weiter mit der Gerberstraße, der Sheddachhalle, der Gastronomie auf der Burghalde oder auch dem verschwundenen „Gedenktäfele“ an der Freitreppe, wollte Markmiller von OB Netzer wissen. Die Gedenktafel sei „von Sprayern so zerstört worden“, dass „es nicht mehr reparaturfähig ist“, erklärte das Stadtoberhaupt, dass bereits diskutiert werde an dieser Stelle künftig nicht mehr an die Heimkehrer, sondern an etwas Stadthistorisches zu erinnern. Im Bereich der Sheddachhalle sei man Dank Sozialbau „in einem sehr guten Entwicklungsstand“, was, so seine Hoffnung, eine Initialzündung für den privaten Eigentümer sei. Mehr als ein Kiosk sei bei den „schwierigen Rahmenbedingungen“ auf der Burghalde nicht einfach, verdeutlichte Netzer. Zum Beispiel wolle niemand, dass zum Beispiel „Autos hochfahren“ und im vorderen Teil der Burg parken. Eine teure Aktivierung der Freilichtbühne schloss er allerdings aus, da „wir die Immissionen nie in den Griff bekommen würden“ und auch keine Konkurrenz zu Altusried entstehen solle.

Christine Tröger  

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