Bauverwaltung gibt Entwarnung

Schadstoffe verursachen Planänderung

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Die Altlasten im Boden des Altstadtparks stellen offenbar keine Gefahr dar.

Kempten – Die Planungen für die Umgestaltung des Altstadtparks im Rahmen des Konzepts „Iller erleben“ müssen geändert werden. Grund sind Schadstoffe im Boden, die noch aus der Zeit des ehemaligen Gaswerks auf diesem Gelände stammen. 

Von den Schadstoffen geht Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann zufolge jedoch keine Gefahr aus, solange das Gelände nicht abgegraben wird. 

Die Kosten für die Umgestaltung bleiben gleich, der Bauausschuss stimmte der Änderung einhellig zu. Mit der Vorstellung der Umplanung und der Gründe dafür beantwortete Wiedemann auch eine Anfrage, die Elisabeth Slavicek (Grüne/FL) vor kurzem gestellt hatte (der Kreisbote berichtete). „Um zu gewährleisten, dass weder zum jetzigen Zeitpunkt noch nach der Umsetzung der Maßnahme eine Gefahr von den verbliebenen Schadstoffen ausgeht, wurde eine umfangreiche Untersuchung mit Gutachten in Auftrag gegeben“, berichtete der Tiefbauamtsleiter. Dabei seien die Ergebnisse von früheren Untersuchungen herangezogen und zusätzlich 15 Rammkernbohrungen gemacht worden. „Die Untersuchung ergab, dass sich im gesamten Bereich noch Schadstoffe befinden, von denen jedoch keine direkte Gefahr ausgeht“, so Wiedemann. Die höchsten Konzentrationen der Schadstoffe (polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe und Kohlenwasserstoffe) wurden im Bereich des ehemaligen Pumpenhauses gemessen. 

Der Bereich der Uferböschung mit dem bestehenden Hochwasserschutzdamm ist dagegen frei von belastetem Material. Die belasteten Bodenschichten befinden sich laut Wiedemann circa einen halben Meter unter der Oberfläche und reichen bis zu einer Tiefe von viereinhalb Metern. „Die festgestellten Werte überschreiten teilweise die Prüfwerte des Bayerischen Bodenschutzgesetzes“, so der Amtsleiter. Da die Schadstoffe jedoch nicht zugänglich sind, geht von ihnen keine direkte Gefahr aus. Ihr Abbau erfolge daher weiterhin über einen natürlichen Abbau, der jedoch noch viele Jahre dauern wird. 

Nicht abgraben 

Um die belasteten Bodenschichten in der jetzigen Form zu belassen und sie nicht anzutasten empfiehlt der Gutachter das Gelände nicht abzugraben und auch den jetzigen Hochwasserdamm so zu belassen. Wie Wiedemann weiter berichtete, kann dadurch gewährleistet werden, dass kein zusätzliches Sickerwasser im Hochwasserfall anfällt. „Somit werden keine weiteren Schadstoffe ausgewaschen und in das Grundwasser eingetragen.“ Aufgrund dieser Empfehlung des Gutachters muss die bisherige Planung geändert werden. „Das ursprüngliche Planungsziel mit Verbesserung der Aufenthaltsqualität an der Uferböschung zur Iller durch Sitzstufen kann aber beibehalten werden“, betonte Wiedemann. 

Ebenso die Zugänglichkeit über eine kleine Platzfläche vom Altstadtpark aus. Verzichtet wird dagegen auf die Rückverlegung des Hochwasserschutzdammes. Er bleibt und das dahinter liegende Gelände wird aufgefüllt. Der bestehende Spielplatz kann dort wieder integriert und mit weiteren Spielgeräten attraktiver gestaltet werden. Die Auffüllung bringt zudem eine Verbesserung der derzeitigen Situation mit sich, da die Schichtdecke zwischen Oberfläche und den Bodenschichten mit Schadstoffen verstärkt wird. Die Kosten für die Umgestaltung des Altstadtparks bleiben trotz der Umplanung weiterhin bei rund 475 000 Euro. Die Fertigstellung ist für den Spätsommer geplant. Melanie Läufle

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