Altusrieder lehnen Bau des Lebensmittelmarktes ab

Am Sonntag fanden in Altusried und seinen Ortsteilen das Bürgerbegehren und das Ratsbegehren über den geplanten Bau des Lebensmittelmarktes in Dorfpark hinter dem Rathaus statt. Das Ergebnis fiel denkbar knapp aus: Die Gegner des Projektes siegten mit einer Mehrheit von genau 37 Stimmen (50,42 Prozent).

Am Sonntag hatten in Altusried die Bürger das Wort. Beim Bürgerentscheid standen sich das von der Bürgerinitiative angestoßene Bürgerbegehren gegen den Bau des Voll- sortimenters im Park und das parallel vom Gemeinderat auf den Weg gebrachte Ratsbegehren zu Gunsten des Projekts gegenüber (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Bei einer Wahlbeteiligung von 56,82 Prozent erreichten beide Begehren das erforderliche Quorum. Außerdem konnten beide Begehren jeweils überwiegend „Ja“-Stimmen für sich verbuchen. Durch die Unvereinbarkeit dieser Ergebnisse wurde die Stichfrage zum Zünglein an der Waage, in der die Wähler sich explizit für oder gegen die Errichtung eines Marktes auf der Fläche hinter dem Rathaus aussprechen konnten. Hierbei erhielten die Befürworter des Projektes 2192 Stimmen (49,58 Prozent), die Gegner konnten 2229 Stimmen (50,42 Prozent) auf sich vereinen. Somit ist das Bürgerbegehren angenommen, das heißt, der Markt darf an dieser Stelle nicht gebaut werden. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Rathaus-Ortsentwicklung Altusried, Adolf Birker, sagte in einem ersten Statement: „Wir freuen uns über das Ergebnis und sind froh, dass der Bürgerwille sich jetzt doch klar geäußert hat.“ Bürgermeister Heribert Kammel gibt zu: „Ich bin natürlich nicht glücklich über die Entscheidung, denn ich glaube, dass Altusried eine sehr sehr große Chance vertan hat. Nichtsdestotrotz: der Bürger hat gesprochen und das müssen wir natürlich akzeptieren.“ Welche Alternativen es gibt, wird sich seiner Meinung nach in den nächsten Wochen und Monaten herausstellen. Auch der Vorsitzende des Gemeindeentwicklungsvereines Altusried (GEVA), Roland Winter- gerst ist über das Abstimmungsergebnis alles andere als glücklich: „Wir sind natürlich enttäuscht und ernüchtert. Unserer Meinung nach hat man damit die Chance verpasst, den Ortskern lebendig zu halten. Aber wir sind keine schlechten Verlierer. Der Bürger hat entschieden – wenn auch äußerst knapp, damit müssen wir leben.“

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