Gut angenommen

Einen moderierten Erfahrungsaustausch zu den Themen Fernsehen, Computer, Internet, Handy und Konsum – das bietet das Jugendamt Kempten im Rahmen seines Projekts Elterntalk an. Was genau dahinter steckt und wie die Resonanz in Kempten ist, darüber berichtete die Regionalbeauftragte des Projekts, Priska Hecht, vergangene Woche im Jugendhilfeausschuss.

„Man kann sich das vorstellen wie eine ‘Tupperparty’“, erläuterte Hecht. Es werden engagierte Mütter oder Väter gesucht, die bereit sind in einem Elterntalk als Moderator zu fungieren. Die werden in Moderationstechnik und Gesprächsform geschult, so die Regionalbeauftragte. Die Moderatoren suchen dann Gastgeber, bei denen die Talks stattfinden. Zielgruppe dabei seien Eltern mit Kindern bis 14 Jahre, erklärte Hecht. Die Gastgeber suchen ein Erziehungsthema aus, zum Beispiel Fernsehen, PC oder Konsolenspiele, und laden vier bis sechs befreundete Eltern oder Bekannte ein, am Elterntalk teilzunehmen. „Im Vordergrund steht der Erfahrungsaustausch der Mütter und Väter“, führte Hecht an. Die Gesprächsrunden werden von den Moderatoren geleitet, die Materialien zu den jeweiligen Themen mitbringen. Durch die Gespräche soll die Erziehungskompetenz der Eltern durch andere Eltern gestärkt werden. So wird der Expertin zufolge gemeinsam über Fragen zum Thema nachgedacht, Erfahrungen werden mitgeteilt und am Ende werden alltagsnahe Lösungen entwickelt. Großes Interesse Beeindruckt zeigten sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses über die Resonanz. 2009 fanden in Kempten 135 Elterntalks mit insgesamt 706 Gästen statt. „In diesem Jahr sind acht Moderatorinnen aus drei Nationen tätig“, schilderte Hecht. Vor allem bei türkischen und russischen Frauen und Männern seien die Elterntalks sehr beliebt, teilte die Regionalbeauftragte mit. Angefangen hat das Projekt Elterntalk 2004 im Rahmen der „Sozialen Stadt“ im Thingers. Seit zwei Jahren ist es in das Jugendamt integriert. Bayernweit empfehlen Umfrageergebnissen zufolge über 90 Prozent der Teilnehmer Elterntalk weiter. Als Gründe für den Erfolg sieht Hecht die wichtigen Themen, die behandelt werden, den hohen Informationswert, die Tipps und Anregungen und die Hilfe im Erziehungsalltag.

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