"Geringes Angebot, große Nachfrage" auch in Kempten, Ober- und Ostallgäu

Angespannter Immobilienmarkt

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(v.li.) Stefan Horwath, Leiter der Immobilienabteilung Sparkasse Allgäu, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs, Erwin Bumberger, Vorstandsmitglied der LBS Bayern, und LBS-Regionaldirektorin Sybille Knecht.

Kempten – Mehr Menschen, ein anhaltender Trend zur „Singularisierung“, wie Manfred Hegedüs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu die wachsende Zahl an Einpersonenhaushalten bezeichnete, größere Ansprüche bei den Wohnflächen wie der Qualität – Stichworte: behinderten- und seniorengerecht – und auch der Wunsch nach Wohneigentum sei groß, bei einem nur knappen Angebot auf dem Immobilienmarkt sowie steigenden Preisen. Eine Immobilienblase in Bayern oder speziell am „äußerst attraktiven Standort“ Kempten sehen die Vertreter der Sparkasse Allgäu und Landesbausparkasse (LBS) aber nicht, wie im Pressegespräch zur aktuellen Lage deutlich wurde. Im Gegenteil, Immobilien seien noch immer ein gutes Investment.

Hatte die Sparkasse früher durchschnittlich 350 Objekte in ihrem Angebotsbestand, sind es derzeit gerade einmal 50 – bei insgesamt 6300 Interessenten aus dem Ost- und Oberallgäu sowie Kempten. Erwin Bumberger, Vorstandsmitglied der LBS Bayern, sah einen wesentlichen Grund für den Mangel an bezahlbarem Wohnraum darin, dass in den vergangenen Jahren zu wenige Neubauten errichtet worden seien. Aber „mehr Neubau ist notwendig“, nannte er den laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung bis 2030 steigenden Bedarf an Wohnfläche um fünf Prozent in Kempten, elf Prozent im Oberallgäu und zwölf Prozent im Ostallgäu. Bauen sei trotz der „deutlichen Preissteigerung“ in den letzten Jahren noch immer lohnend, da diese durch die niedrigen Zinsen und damit günstigen Finanzierung, stark abgemildert oder gar aufgewogen würden. Allerdings müsse man bedenken, wie der Zinssatz sein werde, „wenn die erste Zinsbindungsphase nach zehn Jahren abgelaufen ist“. Deshalb nutzte er den Termin, um zusammen mit LBS-Regionaldirektorin Sybille Knecht für die Fördermöglichkeit durch „Wohn-Riester“ zu werben und für die Bayerische Landesbausparkasse die stolze Summe von 8,8 Milliarden Euro an Bausparsumme im Neugeschäft 2015 zu nennen.

Drei Monate muss ein Immobilien-Interessent derzeit bei der Sparkasse in der Regel warten, bis er zuschlagen kann. Da die Entscheidung meist schnell fallen muss, sollte die Finanzierung bereits stehen, so der Tipp der Experten. Laut Marktspiegel 2016 der Sparkassen-Immo liegt in Kempten der Kaufpreis für Doppel- und Reihenhäuser bei Neubauten zwischen 230.000 und 420.000 Euro, für Bestandsgebäude zwischen 240.000 und 350.000 Euro. Für Wohnungen müssen (neu) 1750 bis 3500 Euro – im Penthouse-Bereich auch schon 4000 Euro – pro Quadratmeter bezahlt werden, bei Bestandswohnungen 1350 bis 3000 Euro. Das Problem bei Neubauwünschen im Gebiet der Sparkasse Allgäu: in allen größeren Kommunen – Kempten, Sonthofen, Immenstadt, Füssen, Marktoberdorf – heißt es zur Verfügbarkeit von Bauland „geringes Angebot, große Nachfrage“.

Wie im bayerischen Durchschnitt, werden auch im Raum Kempten weitere Preissteigerungen erwartet, wenn auch, abgesehen von besonders gefragt Lagen, in geringerem Umfang als in den Vorjahren, denn, so Stefan Horwath, Leiter der Immobilienabteilung Sparkasse Allgäu, „das Interesse an Wohnimmobilien ist bei den Menschen in unserer Region nach wie vor groß“.

Christine Tröger

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