Anwohner machen mobil

„Nicht schon wieder“, müssen sich Roland Miehle und Alfred Schulte gedacht haben, als sie in der Zeitung lasen, dass die Lorenzstraße und die Brachgasse ausgebaut werden sollen. Die letzte Arbeiten liegen nämlich erst vier Jahre zurück und erst in den vergangenen Wochen sind die Anwohner von der Bauverwaltung dafür zur Kasse gebeten worden. Daraufhin sind die beiden losgezogen und haben in beiden Straßen Unterschriften gegen einen weiteren Ausbau gesammelt. Die wollen sie nun dem Bauausschuss übergeben.

Die Stiftsstadt kommt derzeit nicht zur Ruhe. Zunächst waren es die Anwohner der Weiherstraße, die sich öffentlich gegen die Ausbaubeiträge wehrten, dann Anwohner im Reiserweg und nun wollen die Bewohner eines ganzen Straßenzuges den weiteren Ausbau ihrer Straße verhindern. Miehle und Schulte ist vor allem die Bepflasterung der nördlichen Lorenzstraße und der Brachgasse ein Dorn im Auge, die von der Bauverwaltung angedacht wird (der KREISBOTE berichtete). „Die jetzige Asphaltdecke auf den betroffenen Straßen ist für Kinder, Behinderte, Radfahrer, alte Menschen und Ruhebedürftige erheblich besser als eine Pflasterung“, argumentieren die beiden Nachbarn. Vor allem jetzt, da die Lorenzstraße immer häufiger vom Durchgangsverkehr genutzt werde. „Wir wollen kein lautes Pflaster und nicht schon in kurzer Zeit wieder eine Rechnung“, so Schulte. Denn die letzten Kostenberscheide lagen erst im November im Briefkasten. Bis zu 11000 Euro hätte mancher Nachbar innerhalb kurzer Zeit auftreiben müssen. „Diese Kosten kann man logisch nicht vermitteln“, so Schulte weiter. „Aber wir sehen für dieses Geld keine großen Veränderungen.“ "Sofort unterschrieben" Deshalb sei es auch kaum verwunderlich gewesen, dass fast alle Grundstücksbesitzer in den beiden Straßen auf ihren Listen unterschrieben hätten. „Die Leute waren durch die Bank bereit, sofort zu unterschreiben“, berichtete Miehle. Nicht nachvollziehen können die beiden – wie offenbar viele Bürger – die Informationspolitik von KKU und Stadtverwaltung. Zwar sei man seinerzeit, so Miehle, vom KKU darüber informiert worden, dass die Stadtverwaltung noch Ausbaubeiträge erheben könnte. Bis Herbst diesen Jahres habe man aber dann jahrelang nichts von der Stadt gehört – bis jetzt die Rechnungen kamen. Dass die Straßen tatsächlich mit Pflastersteinen ausgebaut werden, ließ Monika Beltinger am Montag gegenüber dem KREISBOTE offen. Aufgrund der finanziellen Situation stehe derzeit noch nicht fest, wann und wie gebaut wird. Vorher soll aber so oder so noch einmal mit den Anwohnern diskutiert werden, betonte sie.

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