Bürgermeisterkandidat Waldmann präsentiert sein Wahlprogramm

Alle Generationen im Blick

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Landratskandidat Anton Klotz (links) und der Dietmannsrieder Bürgermeisterkandidat Helmut Waldmann hatten bei der Vorstellungsversammlung der CSU Dietmannsried/Überbach allen Grund zum Strahlen. Die zahlreichen Zuhörer quittierten die Präsentation ihrer Wahlprogramme mit viel Applaus.

Dietmannsried – Der parteilose Bürgermeisterkandidat Helmut Waldmann (er gehört der Liste der Probstrieder Wählergemeinschaft an, wird aber von der CSU unterstützt) und der CSU-Landratskandidat Anton Klotz präsentierten jetzt im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Ochsen“ ihre jeweiligen Wahlprogramme

Die zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürger hatten außerdem Gelegenheit, die Gemeinderats- und Kreistagskandidaten der CSU, sowie die Kandidaten der Schrattenbacher Bürgerliste (diese unterstützt ebenfalls Helmut Waldmanns Kandidatur) in einer Vorstellungsrunde kennenzulernen. Bürgermeisterkandidat Helmut Waldmann stellte sein „Projekt Dietmannsried 2020“ vor, das unter dem Motto „arbeiten, wohnen und leben in der Gemeinde am Allgäuer Tor für alle Generationen“ steht. Im Falle seiner Wahl wolle er auch in Zukunft die Neuansiedlung und Erweiterung von Gewerbebetrieben unterstützen, um so Arbeits- und Ausbildungsplätze innerhalb der Gemeinde zu schaffen und zu sichern, konkretisierte der 51-jährige gebürtige Dietmannsrieder, der seit 1996 im Gemeinderat sitzt, seit 2005 3. Bürgermeister der Marktgemeinde ist und im Ortsteil Probstried als selbstständiger Uhrmachermeister arbeitet, seine Pläne. Für ihn sei die Förderung moderner Energiekonzepte von großer Wichtigkeit, ebenso wie der Ausbau des Breitbandnetzes und der Erhalt des Anschlusses der Gemeinde an den Bahnverkehr. 

Vor allem die optische Aufwertung des derzeit trostlosen Bahnhofsgeländes sei ihm dabei ein Anliegen. Waldmann betonte, er wolle auch in Zukunft bezahlbares Bauland für junge Familien bereitstellen, dies aber unter Berücksichtigung des Flächenverbrauchs tun. „Bevor man ein neues Baugebiet in der grünen Wiese aufmacht, sollte man schauen, wo es in der Gemein-de Leerstände gibt und diese zuerst füllen.“ Insgesamt wolle er sich für eine generationengerechte Gemeinde einsetzen, für den Erhalt von Kindergärten und Schulen und für eine permanente Verbesserung der Betreuungsangebote für Kinder, Jugendliche und Senioren. 

Bürger mehr einbinden 

Auch im Rathaus selbst soll sich Einiges tun: Die Verwaltung und der Bauhof mit ihren „sehr engagierten und kompetenten Mitarbeitern“ sollen zu einer „modernen Dienstleistungszentrale“ mit flexibleren Öffnungszeiten werden. Zur intensiveren Einbindung der Bürger aller Altersklassen in kommunalpolitische Entscheidungsprozesse ist zum einen die Einrichtung eines Jugend- oder auch Seniorenparlaments angedacht, zum anderen stellte Waldmann seine Idee in den Raum, künftig bei Bedarf direkt vor Gemeinderatssitzungen eine gewisse Zeitspanne für die Diskussion zwischen Bürgern und Gemeinderat einzuräumen (während der Sitzungen haben Zuhörer kein Rederecht). „So etwas wäre wichtig“, wie man etwa in den Auseinandersetzungen um das Baugebiet „Seegader Mitte“ gesehen habe. Außerdem sollen alle Bürger regelmäßig kostenlos Informationen aus dem Rathaus erhalten. 

Auch was die Finanzen angeht, hat Hans-Peter Kochs potenzieller Nachfolger konkrete Vorstellungen: „Wir werden es nicht schaffen, schuldenfrei zu werden“, stellt er klar. „Der neue Gemeinderat muss einen Finanzplan erstellen, in dem festgelegt wird, wo wir 2020 mit unseren Finanzen stehen wollen.“ Zudem müssten bei Projekten Ergebnisvorschaurechnungen erstellt und das Controlling verbessert werden, um unvorhergesehenen Mehrkosten zu vermeiden. Landratskandidat Anton Klotz lobte Helmut Waldmann als „hervorragenden Kandidaten“ für Kochs Nachfolge. Er sei „integer und ein feiner Mensch“. 

Den scheidenden Landrat Gebhard Kaiser würdigte Klotz als „Führungsperson, die gewiss ihresgleichen sucht, mit einer tief beeindruckenden Lebensbilanz“. Er selbst wolle auf dessen erfolgreicher Kommunal- und Landkreispolitik der letzten 18 Jahre aufbauen und dabei seinen eigenen reichhaltigen Erfahrungsschatz einbringen. Der 61-Jährige ist seit 24 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Haldenwang, seit 1996 Kreisrat, seit 2002 Kreisvorsitzender im bayerischen Gemeindetag und seit 2008 stellvertretender Landrat. Er stehe für einen familienfreundlichen Landkreis, wenn möglich mit Grundschulen vor Ort, mit erschwinglichem Bauland, mit einem effizienten Öffentlichen Nahverkehr und mit guten Betreuungsangeboten für alle Altersschichten. Wichtig sei ihm auch die Förderung des Ehrenamtes, auch und vor allem im sozialen Bereich, „denn angesichts des demografischen Wandels – in 30 Jahren werden 50 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein -, wird vieles nicht mehr finanzierbar sein.“ Er stehe zudem für einen wirtschaftlich und kulturell starken Landkreis mit vitaler Land- und Alpwirtschaft, so Klotz. So wolle er „alles dafür tun“, dass keines der vier regionalen Standbeine – also Landwirtschaft, Tourismus, Handwerk und Mittelstand – wegbreche. Es sei wichtiger denn je, das Problem des Fachkräftemangels unter anderem durch eine „ordentliche Berufsorientierung“ an den Schulen und durch gute Ausbildung an der Wurzel zu packen. 

Sein Ziel sei es auch, die mehr als 2000 land- und alpwirtschaftlichen Betriebe im Oberallgäu, die auch das landschaftliche Bild so entscheidend prägten, nach Möglichkeit zu erhalten und deren Belange zu berücksichtigen. Sein Augenmerk liege zudem auf einer unbürokra- tischen, serviceorientierten Landkreisverwaltung. Hier habe Kaiser mit der Einführung des Bürgerservicezentrums im Landratsamt bereits Vorbildliches geschaffen. „Schließlich ist es kein Gnadenakt einer Behörde, eine Genehmigungen oder Bestätigung auszustellen. Vielmehr muss man sich in den Verwaltungen immer wieder bewusst machen: Wir alle sind Dienstleister im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises.“

Sabine Stodal

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