"Arbeit muss Spaß machen"

Gäste gaben Auskunft zur Berufswahl: Bürgermeisterin Sibylle Knott (v.l.), Michael Breitsameter und Petra Förg.

40 junge Leute konnte das Förderzentrum St. Georg nach bestandener Abschlussprüfung in die Berufswelt entlassen. „Auf den Erfolg dürfen Sie stolz sein“, sagte Förderzentrums-Leiterin Lore Häfele zu den Absolventinnen und Absolventen, von denen mehr als Hälfte bereits einen Arbeitsplatz gefunden hat.

„Finden Sie Ihren Weg im Beruf, aber auch in Ihrem persönlichen Leben“: mit diesen Worten wies Häfele darauf hin, dass sich das Förderzentrum nicht nur als reine Berufsausbildungsstätte sieht, sondern darüber hinaus Wert darauf legt, dass die jungen Menschen fit für ein selbstständiges Leben werden. Finanziert werden Berufsausbildung und -vorbereitung in St. Georg durch die Bundesagentur für Arbeit. Nicht alles im Leben In einer Interviewrunde wiesen auch die Gäste darauf hin, dass das Berufsleben wichtig, aber nicht alles im Leben sei. Kemptens Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) wies darauf hin, dass Engagement, Interesse an der Sache und Kompromissbereitschaft wichtig seien – im Beruf wie in der Politik. Petra Förg von der IHK Schwaben machte Mut mit ihrer Antwort, ob die jungen Absolventen gute Chancen bei der Arbeitsplatzsuche hätten: „Ich sage: Ja.“ Ihre Begründung: „Hier wird auf Schlüsselqualifikationen Wert gelegt“ – das sind Eigenschaften wie Ordnung, sauberes Arbeiten, höflich und pünktlich sein, auf die beim Förderzentrum St. Georg besonders geachtet wird und deren Bedeutung von Unternehmensleiter immer wieder betonen. Michael Breitsameter von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF), zu der das Förderzentrum gehört, wies auf eine für die jungen Leute vielleicht ungewohnte Perspektive hin: „Arbeit muss ein Stückweit Spaß machen.“ Er gab seiner Sorge Ausdruck, dass die notwendige Förderung des einzelnen Menschen und die gezielte Persönlichkeitsentwicklung entscheidend seien, aber von der Bundesagentur für Arbeit immer weniger finanziell gefördert würden. Hintergrund seiner Kritik ist die stärkere Konzentration der Bundesagentur auf kurzfristige Maßnahmen und die einseitige Orientierung auf die rein berufliche Qualifizierung. "Ein Gesamtkunstwerk" Prälat Günter Grimme, Vorstandsvorsitzender der KJF, war eigens nach Kempten gekommen, um dem Absolventinnen und Absolventen alles Gute zu wünschen. Auch er sprach sich dafür aus, dass jeder entsprechend seiner persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten betrachtet werden müsse, denn jeder Mensch sei für sich ein „ein Gesamtkunstwerk“. Zu den Glanzpunkten der Freisprechfeier zählten die musikalischen Darbietungen: der Sologesang von Xenia Smirnov begeisterte, und auch die anderen Beiträge von Auszubildenden und Mitarbeitern wurden von den Gästen mit viel Applaus bedacht.

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