Arbeiten können (fast) beginnen

Das Zentralhaus soll planmäßig umgebaut werden. Foto: Matz

Normalerweise werden im Bauausschuss Bauanträge behandelt, für die der Stadtverwaltung alle notwendigen Unterlagen vorliegen. Ist das nicht der Fall, wird der Punkt in der Regel auf die nächste Sitzung vertagt. Nicht so geschehen ist das vergangene Woche: Der Bauantrag für das Zentralhaus war eingegangen, allerdings konnten noch nicht alle Bestandteile des Antrags geprüft werden bzw. lagen noch nicht vollständig vor, erklärte Dr. Franziska Renner, Leiterin des Bauordnungsamts. Um dem Projekt jedoch keine Steine in den Weg zu legen, war die Zustimmung des Gremiums trotzdem erforderlich. Schließlich soll noch im August mit den Arbeiten begonnen werden. Die Stadträte stimmten dem Vorhaben daher grundsätzlich zu, vor Erteilung der Baugenehmigung müssen zwischen Bauverwaltung und Investor aber noch die offenen Punkte geklärt werden.

„Ich bin wahnsinnig dankbar, dass der Bauantrag positiv durch den Bauausschuss gegangen ist“, sagte Investor Dennis Rossing am Donnerstag gegenüber dem KREISBOTEN. Der Bauantrag sei zwar „nach bestem Gewissen“ eingereicht worden, „aber so ein Antrag ist wahnsinnig umfangreich“, erläuterte er, warum noch nicht alles geklärt ist. Es sei normal, dass sich Detailfragen ergeben und für deren Prüfung brauche die Verwaltung Zeit. Der Investor ist aber sehr zuversichtlich, dass die offenen Fragen noch geklärt werden. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch“, meinte Rossing. Bisher habe die Zusammenarbeit immer sehr gut funktioniert. Dr. Franziska Renner zufolge müssen für die Erteilung der Baugenehmigung folgende Themen noch mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden: Umgang mit der Unterführung, Regelung der Grundstücksverhältnisse, Höhenlage des Neubaus mit Gestaltung der Vorflächen in der Bahnhof- und Beethovenstraße, Stellplatznachweis einschließlich Sicherheits- leistung und Konkretisierung der Abgrenzung des räumlichen Geltungsbereichs des Bauantrags. Das Thema Unterführung soll vom Bauantrag abgekoppelt werden. Eine spätere Vereinbarung müsse regeln, ob und wie sie umgebaut werden könnte, erklärte Renner. Ein weiteres Thema, das aus Sicht der Stadt noch abschließend geklärt werden muss, ist der Stellplatznachweis. Durch den Umbau müssen seitens des Investors 130 neue Parkplätze nachgewiesen werden. Da die Entwicklungen am Brauhaus-Gelände bis in einem Jahr noch nicht soweit fortgeschritten sind, dass die angedachte Tiefgarage, in der auch die Stellplätze für das Zentralhaus untergebracht werden sollen, schon bereit steht einigten sich Stadt und Investor bereits auf eine andere Lösung: Die Stellplätze müssen spätestens drei Jahre nach Erteilung der Baugenehmigung nachgewiesen werden. Ansonsten ist Rossing verpflichtet, 40 Prozent der Parkplätze abzulösen und für die übrigen 60 Prozent die Herstellungskosten zu übernehmen. Grundsätzliches "Ja" Dass über den Bauantrag des komplexen Vorhabens entschieden werden konnte, obwohl einige grundlegende Unterlagen erst kurz zuvor oder noch nicht eingegangen waren, freute OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). „Da muss ich der Bauverwaltung meinen Dank aussprechen“, sagte er. Damit das Vorhaben nicht gefährdet werde, gaben sowohl er als auch die Stadträte ihre grundsätzliche Zustimmung. Sobald die offenen Themen geklärt sind, wird die Baugenehmigung erteilt. „Jetzt muss der Dorn, der im Fleisch ist, noch entfernt , offene Fragen geklärt und dann die Sache gemeinsam auf den Weg gebracht werden“, sagte Rossing am Donnerstag und betonte, dass das Projekt sehr wichtig sei. Gleicher Meinung war auch Erwin Hagenmaier (CSU) im Ausschuss: „Ich bin dankbar, dass der Investor diese Stelle angegangen ist.“ Fraktionskollege Thomas Kiechle war die Bedeutung des Gebäudekomplexes ebenfalls bewusst. Er wies jedoch darauf hin, dass die Richtlinien eingehalten werden müssten und damit die endgültige Zustimmung erst erteilt werden könne, wenn alle Unterlagen vorlägen. Wie mehrfach berichtet, plant Rossing den gesamten vorderen Teil des Zentralhauses abzureißen und neu aufzubauen. Begonnen werden soll mit den Arbeiten noch diesen Monat. „Wir haben uns einen straffen Zeitplan gesteckt, den wir erfüllen müssen“, verdeutlichte Rossing. In gut einem Jahr, Mitte August 2012, möchte er das Zentralhaus an die neuen Mieter übergeben und damit das Ziel erreichen, die große Baustelle nach Illerkauf, Müller-Markt (ehemaliges Quelle-Haus) und Reischmann (ehemaliges SinnLeffers-Haus) abzuschließen. Insgesamt investiert Rossing dafür nach eigenen Angaben rund 18 Millionen Euro ins Gesamtgebäude.

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