Das Krankenhaus bleibt Thema Nummer eins in Isny

Dieing informiert die ASS

Isny – Egal, wie viel man auch über das Isnyer Krankenhaus informiert, es werden immer Fragen offenbleiben und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung ist ebenfalls nicht so einfach auszuräumen.

Grund genug für die Arbeitsgemeinschaft offener Sozialdemokratischer Seniorinnen und Senioren (ASS) Isny, einen Informationsnachmittag zu veranstalten und so etwas mehr Wissen über die Fakten zu bekommen. Dr. Wolfgang Dieing, leitender Notarzt, Mitglied im Gemeinderat, Mitglied im Kreisrat und außerdem im Aufsichtsrat der OSK sprach in seinen Ausführungen Klartext und hielt die Tatsachen nicht hinter dem Berg. Ihm, dem engagierten Vertreter des Roten Kreuzes, war gleich einmal eines wichtig: „Das Rote Kreuz ist unabhängig von sämtlichen Entscheidungen um das Klinikum Westallgäu ,wie sich der Verbund der Krankenhäuser Wangen, Leutkirch und Isny nannte. „Das Rote Kreuz mit seinen Einsatzfahrzeugen ist und bleibt in Isny, Punkt!“ Das heißt in seinem Verständnis: „Rufen sie 112 an, schildern Sie die Situation und warten sie auf den Notarzt und den Sanka. Das hat in den meisten Fällen gut funktioniert und wird auch weiterhin zu Ihrer Hilfe funktionieren. Bei lebensbedrohlichen Zuständen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Verkehrsunfällen, ist das eine richtige Maßnahme.“ Ist die Situation nicht lebensbedrohlich, rät Dieing dazu, den hausärztlichen Bereitschaftsdienst zu informieren oder Verbindung zum noch bestehenden Isnyer Krankenhaus aufzunehmen. Während der Wochentage ist außerdem das MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) im Isnyer Krankenhaus noch immer eine leicht zu erreichende Stelle, die bei Unfällen und unklaren medizinischen Verhältnissen Hilfe anbietet. Das betrifft jeden Fall von Notzuständen und solange die „Innere“ im Krankenhaus noch existiert, wird auch dort schnell geholfen. 

Verhandlungen stehen an 

Mit der Situation am Isnyer Krankenhaus haben diese vom Kranken oder seinen Angehörigen einzuleitenden Maßnahmen nicht direkt zu tun. Durch das vorläufige Urteil des Oberlandesgerichts ist jetzt erst einmal die Weiterführung des Isnyer Krankenhauses gesichert (wir berichteten). Der Vertrag, auf den die Stadt Isny sich in diesem Zusammenhang beruft, scheint „auf immer und ewig“ angelegt zu sein. Wenn bisher nicht darauf zurück gegriffen wurde, dann deshalb, weil auch in dem Vertrag aus dem Jahre 1970 Umstrukturierungen als möglich eingesetzt waren. Erst das „Aus“ am 9. November 2012 war ein eindeutiger Rechtsbruch und damit konnte die Stadt Isny reagieren. Der Landkreis und die Stadt sind nun in der Lage, über Möglichkeiten zu verhandeln wie weiter verfahren werden kann. Die Reduzierung des Isnyer Krankenhauses auf eine äußerst geringe stationäre Bettenzahl ist mit daran Schuld, dass die Klinik immer weiter in rote Zahlen geriet. Ein kleines Krankenhaus kann durchaus funktio- nieren, wenn es über eine chirurgische und eine innere Abteilung verfügt, wie man am Beispiel Bad Waldsee unschwer erkennen kann. Als der Verwaltungsbau an das Krankenhaus angebaut wurde, kam es zu stärkeren Irritationen. Zur Abnahme des Neubaus waren Lüftungsschächte eingebaut worden, die einen weiteren Betrieb des alten großen OPs unmöglich machten. Der Anbau von Containern zum Betrieb als OP sollte nur eine Notlösung sein. Die Container haben eine durchschnittliche Lebensdauer von zehn Jahren und die war schon abgelaufen, als die Schließung anstand. Jetzt ist der alte OP wieder im Prinzip nutzbar, müsste aber neu eingerichtet werden. Die Container haben jedenfalls ausge- dient. Ein kleiner OP steht auch jetzt zur Verfügung und wird von dem MVZ auch benutzt. 

Viele Zuhörer 

Die vom Landkreis genannte Summe von 160 000 Euro monatlicher Unkosten ist als Rechnungsgrundlage eigentlich ungeeignet, da das die Kosten sind, die in anderen Häusern der OSK entstehen, weil das Isnyer Personal nun (vorläufig) doch noch nicht dort einzusetzen ist. Dr. Wolfgang Dieing hatte aufmerksame Zuhörer beim ASS. 50 Gäste waren ins Gasthaus Hirsch gekommen. Manfred Schubert

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