Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen: Mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber

Gute Chancen für Azubis

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Entwicklung des Ausbildungsmarkts im Wirtschaftsraum Kempten.

Kempten/Allgäu – Im August waren mehr Menschen ohne Beschäftigung als in den letzten Monaten, besonders Jüngere unter 25 Jahren waren davon betroffen. In den Sommermonaten schließen viele junge Menschen ihre schulische oder betriebliche Ausbildung ab. Eine Reihe von ihnen wurde vom bisherigen Arbeitgeber nicht übernommen und meldete sich vorübergehend arbeitslos.

Aktuell waren im Allgäu etwas mehr als 11.000 Frauen und Männer arbeitslos, 581 mehr als im Juli. Der Jahresvergleich zeigt eine weiterhin stabile Entwicklung des Arbeitsmarktes, denn die Arbeitslosenquote zeigte mit einem Ergebnis von genau drei Prozent denselben Wert wie im August des vergangenen Jahres. Qualifizierte Kräfte blieben weiter gefragt. Das zeigte der anhaltend hohe Bedarf der Betriebe an entsprechenden Arbeitskräften. Arbeitgeber stellten insgesamt gut 6.300 Stellenangebote zur Verfügung.

„Auch im August meldeten sich junge Menschen bei den Arbeitsvermittlern, deren schulische oder betriebliche Ausbildung endete. Es handelt sich dabei um qualifizierte Fachkräfte, die über brandaktuelle Kenntnisse verfügen. Viele von ihnen haben deshalb gute Chancen auf eine neue Beschäftigung, entsprechende Vermittlungsbemühungen laufen bereits in vielen Fällen“, sagt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Mit genau drei Prozent erreichte die Arbeitslosenquote im August denselben Wert wie bereits im Jahr zuvor. Dieses gute Ergebnis setzt sich in den einzelnen Wirtschaftsräumen fort. Die Regionen Marktoberdorf (2,9 Prozent), Lindau (2,5) und Mindelheim (2,3) wiesen eine niedrigere Arbeitslosenquote auf als im Jahr zuvor. Einen Gleichstand verzeichneten die Regionen Kaufbeuren (3,9), Kempten (3,3), Füssen (2,8) sowie das südliche Oberallgäu (3,0), das auch im zu Ende gehenden Monat vom Tourismusboom profitierte. Etwas mehr Menschen als vor einem Jahr waren in Memmingen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote erreichte auch hier mit 2,9 Prozent eine Zwei vor dem Komma.

Menschen mit Fluchthintergrund

Im August waren im Allgäu 690 Flüchtlinge aus den acht stärksten nichteuropäischen Zugangsländern arbeitslos gemeldet (Syrien, Irak, Iran, Eritrea, Somalia, Nigeria, Afghanistan, Pakistan). Ihre Zahl hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Viele Flüchtlinge können die für eine qualifizierte Tätigkeit in Betrieben geforderten Nachweise nicht vorlegen, weil sie ihre Unterlagen nicht mitnehmen konnten oder es im Heimatland kein Ausbildungssystem gibt, das dem in Deutschland entspricht. Daher üben diese Menschen zumeist Helfertätigkeiten, z.B. in der Gastronomie oder im Baugewerbe aus. Im bisherigen Jahresverlauf haben insgesamt 163 Flüchtlinge aus den genannten acht Ländern eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beendet.

Arbeitsmarkt in Kempten

Im Geschäftsstellenbezirk Kempten ist die Arbeitslosigkeit von Juli auf August um 190 auf 2542 Personen gestiegen. Das waren praktisch genau so viele wie vor einem Jahr (-2). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im August 3,3 Prozent; sie war damit genau so hoch wie im Vorjahresmonat. Dabei meldeten sich 927 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, etwa so viele wie vor einem Jahr (-1) und gleichzeitig beendeten 751 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+25). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 6457 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 361 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 6330 Abmeldungen von Arbeitslosen (+221).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im August um 68 Stellen auf 1283 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 58 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im August 346 neue Arbeitsstellen, sieben weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2483 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 184.

Zum Ausbildungsstart gute Chancen

Zum traditionellen Start des Ausbildungsjahres am 1. September bietet der Ausbildungsmarkt aus Sicht der jungen Menschen ein insgesamt erfreuliches Bild. Wie in den letzten Jahren waren bei der Arbeitsagentur bis August deutlich mehr betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet als jugendliche Bewerber. 4521 junge Menschen meldeten sich bisher bei der Berufsberatung, weil sie sich für einen Ausbildungsplatz interessierten, gut 50 weniger als im letzten Jahr. Günstig ist für junge Menschen bei der Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten die hohe Zahl von Ausbildungsstellen, die Betriebe zur Verfügung stellten. Bis zum August waren es 6100 Ausbildungsplätze, die dem Arbeitgeberservice gemeldet wurden, im Vorjahresvergleich ein Zuwachs von mehr als 330 Ausbildungsstellen.

Auch wenn das Ausbildungsjahr gerade beginnt, bestehen für junge Menschen gute Chancen noch kurzfristig eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Im August waren noch mehr als 1500 Ausbildungsplätze nicht vergeben. Gleichzeitig hatten sich etwas mehr als 570 junge Menschen noch nicht bei den Berufsberatern abgemeldet, weil sie bisher keine ihren Wünschen entsprechende Ausbildungsstelle gefunden hatten. Auch wenn sich in den ersten Wochen des neuen Ausbildungsjahres noch das Ein oder Andere verändern kann, sieht es bereits jetzt danach aus, dass nicht jeder gemeldete Ausbildungsplatz besetzt sein wird. kb

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