Archäologische Führung durch das Grabungsfeld im Stadtzentrum

Vertrauter Anblick in der Altstadt Süd

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Eine weitere Fundstelle für den Standort eines Webstuhls ließ sich auch im letzten Grabungsfeld lokalisieren.

Isny – Lange wird es nicht mehr dauern, dann sind die Ausgrabungen im Stadtzentrum abgeschlossen. Die Archäologen sind im letzten Grabungsfeld angekommen und hatten eine Führung vorbereitet, um noch einmal die Fakten auf den Tisch zu legen.

In der Altstadt Süd liegt jedenfalls nicht der Ursprung von Isny und selbst der Verlauf der ersten Stadtbefestigung ist nicht genau zu definieren, aber offensichtlich nicht dort, wo heute die Stadtmauer steht. Funde im überwiegenden Teil des Areals liegen im siebzehnten Jahrhundert und erst jetzt, kurz vor Abschluss der Arbeiten, ist am sogenannten Kurringer Eck eine Bebauung aus dem frühen zwölften Jahrhundert festgestellt worden. Drei Jahre lang wurde der gesamte Bereich sorgfältig untersucht. Viele Funde wurden gemacht, auch wenn so etwas wie der „Schatz des Priamos“ nicht dabei gewesen ist. Auch die Stadt hat kräftig zahlen müssen. Die Funde aber sind, da im Boden abgelagert, Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Man wird sich für das zukünftige Museum einiges ausleihen können, aber die Besitzverhältnisse sind eindeutig.

Das Isny eine Weberstadt war und der Leinwandhandel zum damaligen Reichtum führte, wird immer wieder bestätigt. Auch im letzten Grabungsfeld sind die Reste von Webstühlen wieder nachzuweisen. Wenn jetzt die Baumaschinen alles abräumen, was da mal Vergangenheit war, ist das nicht weiter tragisch. Schon die Archäologen haben durch die Öffnung des Bodens die Spuren dokumentiert, aber gleichzeitig auch die Relikte der Vergangenheit zerstört. Was jetzt wegplaniert wird, ist nur noch Abfall. Ende Juli/Anfang August sind die Archäologen dann ebenfalls „Geschichte“ und wie die neue Bebauung im Endeffekt wird, ist dann das Nächste was die Isnyer beschäftigen wird.

Manfred Schubert

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