Neue Funde

Sauber verlegter Ziegelfußboden entdeckt

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Das archäologische Grabungsteam um Grabungsleiter Ernst Sontheim (rechts) ist vergangene Woche auf ein einst vermutlich mehrstöckiges Gebäude mit gut erhaltenem Ziegelfußboden (vorne im Bild) gestoßen.

Kempten – Für eine Überraschung hatte im November 2012 der Fund eines bis dahin unbekannten Steingebäudes bei den bauvorbereitenden archäologischen Grabungen im nord-westlichen Bereich des Hildegardplatzes gesorgt.

Ende letzter Woche nun wurde die Fortsetzung des mittelalterlichen Fundamentmauerzuges freigelegt, von dem im vergangenen Jahr „ein kleines Eck angeschnitten wurde“, wie Grabungsleiter Ernst Sontheim erklärte. Unter anderem sei ein „eigentlich recht sauber verlegter Ziegelfußboden von guter Qualität“ zum Vorschein gekommen, der sich allerdings absenke. 

„Sinn und Zweck“ des nirgends verzeichneten und von ihm schmunzelnd als „Mittelalter-Schwarzbau“ bezeichneten Fundes, sei allerdings noch völlig unklar. Zumal auch die Raumaufteilung derzeit noch nicht sichtbar sei. Leider sei es damals noch nicht üblich gewesen, Gebäude im Kataster zu erfassen und auch auf alten Stichen tauche das, aufgrund der bis zu einem Meter dicken Außenmauern sehr wahrscheinlich „mehrstöckigen Gebäudes“ nicht auf. Immerhin geben die sichtbare südliche Außenmauer und die 2012 frei gelegte östliche Begrenzung einen ersten groben Anhaltspunkt zur Größe. 

Die westliche Außenmauer vermutet Sontheim „irgendwo unter dem heutigen Feneberg“. Auf Spekulationen darüber, ob es sich dabei um ein Privatgebäude oder ein zum ehemaligen Kloster gehörendes Gebäude handelt, wollte er sich derzeit noch nicht einlassen. Aufgrund der Begleitkeramik könne man aber nach derzeitigem Kenntnisstand davon ausgehen, dass die Mauerfunde aus der Zeit 15./16. Jahrhundert stammten. Allerdings, schränk-te er ein, sei man „noch oberhalb der für die Tiefbaumaßnahmen nötigen Zieltiefe“. Christine Tröger

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