"Ars vivendi" in Kempten

Fast niemand mochte mehr länger warten und so durchschnitten am Samstag nach einem vor vielen Besuchern lauthals heruntergezählten Countdown die Verantwortlichen das rote Band zur offiziellen Eröffnung feierlich durchschnitten. Spielberg

Wer in Kempten auf auswärtige Besucher trifft, der entdeckt meist Gruppenreisende oder Pärchen, die sich als Touristen in der Nähe der Sehenswürdigkeiten aufhalten. Oder aber man sieht am Mittag in vielen der zahlreichen Straßencafés Menschen in Kostüm oder Anzug, die sich in der Allgäu-Metropole geschäftlich aufhalten. Dieses Bild könnte sich zukünftig ändern, denn mit dem am Wochenende unter reger Anteilnahme der Bevölkerung feierlich eröffneten JuFa-Gästehauses gibt es nun in Kempten ein Ressort auch für Familien mit Kindern, Vereine und Alleinerziehende.

Das JuFa-Gästehaus mit seinen insgesamt 186 Betten und Zimmern, das direkt neben dem Gelände des Freizeitbades Cambomare liegt und seinen Gästen auch eine teilweise kostenfreie Mitbenutzung des Bades bietet, erinnert in seiner baulichen Anmutung an Kemptens frühe antik-römische Geschichte. Wer am vergangenen Samstag als Besucher beim Tag der offenen Tür bei fantastischem Wetter im nach Süden offenen Atrium Platz nahm, spürte den Hauch dieser antiken Verbundenheit. Die auftretenden Gladiatoren, römischen Händler und Legionäre komplementierten diesen Eindruck vortrefflich und nicht nur die vielen neugierigen Kinder hatten Freude an diesem bunten Treiben in antiken Kostümen. Neue Zielgruppe Begonnen hatte die Eröffnung mit Ansprachen der politisch Verantwortlichen, unterbrochen von einigen kurzweiligen Darbietungen unterschiedlichster Art. So wartete zu Beginn eine HipHop Gruppe aus Bregenz mit Tanzeinlagen auf, es gab Judo-Vorführungen einer Jugend-Sportgruppe des JuFa-Gästehauses Leibnitz zu sehen und besonderen Anklang fand bei den Besuchern im Festzelt Tänze, dargeboten von Menschen mit Behinderung aus den Allgäuer Werkstätten, die zukünftig auch dafür verantwortlich seien werden, dass die gesamte Wäsche des JuFa-Gästehauses immer frisch gewaschen sein wird. Dazwischen erklangen zwischen den Darbietungen beswingte Melodien der Hilde-Band. In ihren Ansprachen hoben die Verantwortlichen – unter anderem OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Staatssekretär Dr. Gerd Müller (CSU), KKU-Chef Thomas Siedersberger und der Vorstand der JuFa-Gästehäuser, Gerhard Wendl – vor allem die zukünftige Bedeutung des JuFa-Gästehauses für Kempten hervor. Mit dem Konzept einer Unterbringung in einer herbergsähnlichen Einrichtung eröffnet sich für die Stadt ein Zugriff auf neue touristische Besuchergruppen. Denn zukünftig sollen vor allem mehr Familien mit Kindern den Weg nach Kempten finden, denn das JuFa-Gästehaus bietet gerade für diese Zielgruppe Unterbringungsmöglichkeiten. Es gibt für die kleinen Gäste im Hause jede Menge zu entdecken und viele Möglichkeiten den jugendlichen Bewegungsdrang zu stillen. Das JuFa-Gästehaus bietet seinen Gästen u.a. Sport- & Trockenräume, eine Bibliothek und Leseräume, ein Kinderspielplatz und Spielzimmer, ein Heimkino, ein Atrium-Café mit Internet und kostenloser W-Lan Verbindung, einen Genussraum, in dem den Kindern ein sinnlicher Zugang zum Essen ermöglicht wird, Seminar- und Workshopräume und wie erwähnt, den freien direkten Zugang zum Cambomare-Freizeitbad, in dem alle Einrichtungen, bis auf die Sauna-Landschaft ohne preislichen Aufschlag mit benutzt werden dürfen. Zudem können im Hause Sportgeräte, wie z.B. Fahrräder, ausgeliehen werden. Sollte selbst dieses reichhaltige Angebot doch einmal den kleinen Gast nicht zufrieden stellen, so gibt im Foyer für kleine Leseratten sämtlich bereits erschienenen Asterix-Bände auszuleihen. Mit bisher 14000 festen Buchungen, so die Zahlen des Betreibers, der JuFa-Gästehäuser Gruppe, aber scheint hier den Verantwortlichen bei der Stadt Kempten und den Kemptener Kommunalunternehmen KKU ein Volltreffer in Sachen Städtetourismus gelungen zu sein.

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