Intimsphäre: Titel der Ausstellung der Isnyer Künstlergruppe "arkade" lässt Denkspielraum

Viele Deutungsmöglichkeiten

+
(v.l.) Hansjörg Gering, Johannes Müller und Erik Wenglein bei der Vernissage.

Isny – Na, wer denkt denn bei dem Wort „Intimsphäre“ gleich an ein Event in der unteren Schublade? Das ist nun wirklich nicht so sehr im Sinne der Isnyer Künstlergruppe „arkade“ und das erhielt auch gleich bei der Vernissage seine Richtigstellung. Im Namen des Kulturforums Isny e.V. hatte Erik Wenglein das Wort ergriffen und seiner psychologischen Sicht den Begriff erläutert.

So geht man in der Psychologie von drei Grundbegriffen aus, rund 50 Zentimeter um den Menschen herum spricht man von der sogenannten Intimsphäre, reserviert für ganz persönliche Kontakte, dann folgt bis 1,50 Meter die Privatsphäre, die auch in Betrieben und Veranstaltungen besser bewahrt bleibt. Bis drei Meter folgt der gesellschaftliche Bereich und daran anschließend der öffentliche Bereich.

Schon sieht alles ein wenig anders aus und der heute nicht mehr übliche Ausdruck „Intimus“ beschreibt nur einen vertrauten Menschen, den man näher an sich heran lässt.

Zwölf Mitglieder der „arkade“ haben sich zusammen daran gemacht, die Jahresausstellung zu beschicken. Davon sind drei als Neuzugänge dabei und zeigen mit diesem Debüt, dass sie bereit sind, sich auch der Öffentlichkeit zu stellen.

39 Ausstellungsstücke sind so zusammengekommen und – ehrlich – der Klodeckel als Sinnbild des Intimen ist auch dabei. Wie weit Kunstbegriffe auseinander liegen können, ist jedenfalls deutlich zu erfassen. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich und „Hani“ Johannes Müller hat das in seiner Begrüßungsrede auch festgestellt: „Wer sich an einer Ausstellung beteiligt, begeht eine Form von Exhibitionismus. – Nicht nur was wir zeigen, sondern WIE wir es zeigen, ist dabei ernsthaft zu betrachten.“

Hansjörg Gehring mit seinem Kontrabass und musikalischen Improvisationen passt gut zu dem Stil der Ausstellung und wer Freude am gedanklichen Experiment und der Vielschichtigkeit der heutigen Kunstbegriffs hat, sollte sich in den Espantorturm begeben.

Die Öffnungszeiten der Städtischen Galerie im Turm (Espantor) sind: Mittwoch bis Samstag von 15 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Eintritt: drei Euro.

Manfred Schubert

Meistgelesene Artikel

"Kaviar und Hasenbraten"

Isny/Rohrdorf – Diesmal haben sich die „Theaterleute“ vom Theaterverein Rohrdorf ein Stück von Regina Rösch ausgesucht und „Kaviar und Hasenbraten“, …
"Kaviar und Hasenbraten"

Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

Kempten - Im Zuge eines seit Monaten andauernden Rauschgiftermittlungsverfahrens wurden am gestrigen Mittwoch zeitgleich mehrere Wohnungen in …
Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

1500 Päckchen dabei

Kempten – Der Kemptener Stadtnikolaus kommt auch in diesem Jahr wieder am kommenden Montag, 5. Dezember, zu den Kindern. Begleitet wird er von einem …
1500 Päckchen dabei

Kommentare