Auto als Zwinger

In einem 17 Jahre alten Fiat Cinquecento hat ein junges Paar aus Isny über längere Zeit einen Husky und einen Schäferhund gehalten. Wie die Polizei berichtet, ließ der 24-jährige Besitzer des Fiats die beiden Hunde jeden Tag nur für einen kurzen Moment in Freie, um ihr Geschäft zu verrichten. Die zwei Vierbeiner befinden sich mittlerweile im Tierheim. Die Polizei ermittelt gegen ihn und die 19-jährige Besitzerin der Tiere.

Besorgte Anwohner aus der Neutrauchburger Straße sowie Kunden eines dortigen Warenhauses riefen die Tierschützer auf den Plan, so die Polizei. Mehrfache Überprüfungen über einen Zeitraum von 14 Tagen hätten ergeben, dass der Kleinwagen abends gegen 22 Uhr auf dem Kundenparkplatz abgestellt wurde und die beiden Vierbeiner dort die ganze Nacht zubringen mussten. Erst am darauf folgenden Tag gegen 13 Uhr kam jeweils der 24-jährige Besitzer des Autos und fuhr die Hunde in den Bereich des Achener Weges. Hier ließ er sie kurz hinaus, sodass sie ihre Notdurft verrichten konnten. Daraufhin mussten sie erneut zurück in ihren rollenden Käfig und dort verharren, bis Herrchens Arbeitszeit gegen 22 Uhr beendet war. Dann sei der Ablauf von vorn los gegangen. Die Hunde seien nicht verwahrlost, erklärt die Polizei. Zwar hatten sie im Auto die Polster und Innenverkleidungen total zerbissen und sich im verschlossenen Wagen sehr aggressiv verhalten, jedoch waren sie im Freien äußerst zutraulich und folgsam. Die 19-jährige Hundebesitzerin und der 24-jährige Halter des Fiat Cinquecento bewohnen derzeit lediglich eine kleine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Die Polizei schätzt sie als gänzlich ungeeignet ein, die beiden Tiere artgerecht zu halten. Um einer behördlichen Anordnung zuvorzukommen, stimmten sie der Aufforderung von Polizei und Tierschutz zu, die beiden Hunde ins Tierheim bringen zu lassen. Aufgrund dieses eklatanten Verstoßes gegen Tierschutzbestimmungen hat die Polizei gegen die beiden Tierhalter ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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