Behindertenbeirat bringt barrierefreie Festwoche auf den Weg

Ein Prozess, der Zeit braucht

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Der Behindertenparkplatz am Hauptbahnhof liegt jetzt nicht mehr direkt vor dem Haupteingang. Dank der schrägen Parkfläche ist jetzt aber ein stufenfreier Zugang zum Bahnhofsgebäude möglich. 

Kempten – „Es gibt noch immer viel zu tun“, so fasste die Vorsitzende des Behindertenbeirats, Michaela Rathmacher, im vergangenen Herbst eine von den Altstadtfreunden initiierte Erkundung der Kemptener Innenstadt zum Thema Barrierefreiheit zusammen (der Kreisbote berichtete). Auch ein halbes Jahr später ist diese Beurteilung zutreffend – aber es tut sich was. Was sich tut und was noch zu tun ist, das waren die Tagungsordnungspunkte der Sitzung des Behindertenbeirats vom vergangenen Donnerstag.

Als wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre hat der Behindertenbeirat das Projekt „Allgäuer Festwoche – barrierefrei!“ definiert. Und so stand dieses Thema auch ganz oben auf der Tagesordnung der Sitzung des Behindertenbeirats. Rathmacher, präsentierte zusammen mit Katrin Steinhauser und Stefan Raichle vom Caritasverband Kempten-Oberallgäu den Leitfaden zur barrierefreien Weiterentwicklung der Allgäuer Festwoche. In der Arbeitsgruppe zur barrierefreien Festwoche wurden sieben Kategorien (Mobilität – Hören – Sehen – Verstehen – Pflege – Psyche – Personal & Sonstiges) und drei Prioritäten (wichtig – sinnvoll – wünschenswert) beschrieben. Unterschieden wurde dabei in Maßnahmen, die im Vorfeld der Festwoche umgesetzt werden können und Maßnahmen, die den Ablauf der Festwoche betreffen. Zu den „Arbeiten im Vorfeld“ zählt unter anderem die barrierefreie Weiterentwicklung des Internet-Auftritts www.festwoche.com. So sollen Schriftvergrößerung – wie sie die Homepage der Stadt Kempten bereits anbietet – Kontrastumkehr, Piktogramme und eine Software zum Auslesen von Bildschirminhalten integriert werden. Auch die Schulung des Sicherheitspersonals im Umgang mit Menschen mit Behinderung stufte die Arbeitsgruppe als wichtig ein.

Bei den konkreten Maßnahmen zum Ablauf der Festwoche hatte die Arbeitsgruppe das Layout des Ausstellungsverzeichnisses (Akustische Vermittlung, Schriftgröße, Zeilenabstand), die Anbringung und Gestaltung der Beschilderungen (Piktogramme, Schriftgröße und Kontrast), die Zeltbeschriftungen (Schriftart) und die Speisekarten (Piktogramme) im Fokus. Die Festwochenverantwortliche der Stadt Kempten, Martina Dufner-Wucher, gab zu Bedenken, dass die Umsetzung all dieser Vorschläge Zeit bedürfe und bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern das Thema Barrierefreiheit noch Probleme bereite. Dieter Zacherle, der die Freien Wähler im Behindertenbeirat vertritt, merkte an, dass einige Dinge gemacht werden können – Alles aber nicht gehe.

Über Fortschritte in Sachen Barrierefreiheit konnte Rathmacher am Hauptbahnhof berichten. So wurde der Behindertenparkplatz derart verlegt und umgebaut, dass nun ein stufenfreier Zugang zum Bahnhofsgebäude gewährleistet ist. Markus Wiedemann, Leiter des Amts für Tiefbau und Verkehr erläuterte, dass es am Bahnhofsvorplatz zahlreiche Defizite gebe, diese aber erst im Rahmen der Gesamtbaumaßnahme angegangen werden können. Zur Kritik am Zustand der Bürgersteige an der Pettenkoferstraße am Klinikum merkte Wiedemann an, dass diese Fußwege „gemacht werden, sobald die Bauarbeiten am Klinikum abgeschlossen sind“. Damit sei im Frühjahr 2017 zu rechnen.

Bereits dieses Jahr sollen die Fußwege entlang der Robert-Weixler-Straße (zwischen Adenauerring und Parkstraße) saniert werden.

Michael Schropp

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