Beim Tanzen fing alles an

Margarethe und Ernst Schreivogel am Tag ihrer Diamantenen Hochzeit mit Bürgermeister Josef Mayr (rechts). Foto: Läufle

Auf eine lange gemeinsame Zeit mit Höhen und Tiefen blickten Margarethe und Ernst Schreivogel vergangene Woche zurück. Am 16. April 1947 hatten sich die beiden kennen und lieben gelernt, vier Jahre später folgte die Hochzeit. Am Donnerstag feierten die beiden ihre Diamantene Hochzeit.

Ein Tanzabend im Duracher Gasthaus „Zur Hehle“ am Ostersonntag 1947 war der Beginn einer großen Liebe. Danach trafen sich Margarethe und ihr Ernst immer wieder. Vier Jahre später, am 1. September 1951, traten die beiden in der Heilig-Geist-Kirche in Durach vor den Traualtar. Obwohl die Zeit damals gewiss nicht leicht war, erzählte das Jubelpaar von einer „schönen Hochzeit“, zu der die ganze Verwandtschaft gekommen war. Und von ihrem Mann bekam Margarethe ein ganz besonderes Geschenk: Der gelernte Bäcker zauberte für die Hochzeit eigens eine Torte. Da Ernst als Bäckermeister damals nur 36 Mark im Monat verdiente, wechselte er Mitte der 50er Jahre als Facharbeiter zur Bundesbahn. Der mittlerweile 82-Jährige arbeitete schließlich bis zu seinem Ruhestand insgesamt 33 Jahre bei der Bahn. Seine Frau ging ebenfalls arbeiten. Nachdem das Ehepaar in eine Wohnung am Ostbahnhof gezogen war, arbeitete sie viele Jahre als Fachverkäuferin in einer Bäckerei. In seiner Freizeit trieb Ernst Schreivogel sehr viel Sport. Er lief Marathons in ganz Europa und in Amerika (den letzten mit 72 Jahren) und machte 16 Jahre lang das Goldene Sportabzeichen. Auch die Berge hatten es ihm angetan: „Ich bin nicht nur auf die Allgäuer Berge gelaufen, sondern auch auf alle 4000er in Europa“, erzählte Ernst. Noch heute radelt er regelmäßig bei Senioren-Radtouren mit. „Das schönste an den 60 Jahren Ehe sind die Kinder“, meinte Margarethe gerührt. Zu den zwei Söhnen sind noch drei Enkel dazugekommen. „Unsere Enkel machen uns sehr viel Freude“, sagte die 83-Jährige stolz. Für die Zukunft wünschen sich Margarethe und Ernst, dass sie gesund bleiben und noch einige Jahre gemeinsam verbringen können. Dass sie das Leben auch weiterhin in vollen Zügen genießen können wünschte auch Bürgermeister Josef Mayr (CSU), der die Glückwünsche der Stadt überbrachte, dem Ehepaar. Mayr verbindet mit Ernst Schreivogel auch ein bestimmtes Datum. „Am 8. Januar 1984 haben Sie mit dem Sängerbund bei der Taufe meiner dritten Tochter gesungen“, so Mayr. Beim Sängerbund war Ernst 22 Jahre lang Notenwart.

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