"Belebung für die Altstadt"

Einstimmig haben Bauausschuss und Stadtrat in ihren jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche den Entwurf der zweiten Änderung des Bebauungsplans „Bäckerstraße“ im Bereich zwischen Burgstraße, Illerstraße, Ankergässele und Sankt-Mang-Platz begutachtet und für gut befunden. Uwe Weißfloch vom Stadtplanungsamt fasste die geplanten Änderungen nochmals zusammen und erläuterte die Festsetzungen für den Bebauungsplan.

Der Entwurf zur künftigen Bebauung des ehemaligen Geländes der Autovermietung „Sixt“ stammt vom Architekturbüro Huber aus Betzigau, die sich im ausgeschrieben Wettbewerb durchsetzen konnten (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Der Entwurf sieht die Anordnung eines u-förmigen Geschäftshauses vor, das sich nach Süden in Richtung Burghalde öffnet, rief Weißfloch die Pläne in Erinnerung. Durch diese Situierung wir in der Straße An der Stadtmauer eine Platzaufweitung geschaffen, die das direkt angrenzende Stadtmauerteilstück städtebaulich einbinden soll. Der Platzbereich soll zudem einheitlich gestaltet werden. „Die weiteren planerischen Zielsetzungen für das Gebiet sind neben der Umsetzung des Wettbewerbes für das ehemalige Sixt-Gelände auch die planungsrechtliche Angleichung des bestehenden Bebauungsplans mit der Bebauung des Schwanengeländes“, erklärte Weißfloch. Des weiteren sollen die Bereiche Bäckerstraße/Ankergässele an die heutigen städtebaulichen Belange und Anforderungen planungsrechtlich angepasst werden. Daher wurde der Wettbewerbsentwurf in enger Abstimmung zwischen Stadtverwaltung, Sozialbau (Bauherr) und Architekturbüro Huber weiterentwickelt. Im Bebauungsplan werden die Flächen innerhalb des Geltungsbereiches laut Weißfloch als Mischgebiet festgesetzt. „Entlang der Burgstraße sowie der Straße An der Stadtmauer ist Einzelhandel lediglich im Rahmen der Kleinflächenregelung möglich“, führte er an. Grundlage für diese Festlegung sei das vom Stadtrat verabschiedete Einzelhandelskonzept der GMA für den zentralen Versorgungsbereich „Einkaufsinnenstadt“ gewesen. Ausgeschlossen sind aufgrund der städtebaulichen Situation vor Ort Gartenbaubetriebe und Tankstellen. Vergnügungsstätten sind ebenfalls nicht erlaubt. Das Maß der baulichen Nutzung in diesem Bereich orientiert sich im Wesentlichen an der umliegenden Bestandsbebauung. „Die Grundflächenzahl (GRZ) kann in den Mischgebietsbereichen auf maximal 0,8 erhöht werden, sofern einer zu starken Versiegelung entgegen gewirkt wird“, schilderte Weißfloch. Tiefgaragen sind nicht mitzurechnen, um im Quartier dem vorhandenen Parkdruck Rechnung tragen zu können, sagte er. Die festgesetzten Trauf- und Firsthöhen variieren zu den einzelnen Mischgebieten I bis V. Grundsätzlich orientieren sie sich aber an den umliegenden Bestandsgebäuden. „Entsprechend der vorhandenen städtebaulichen Struktur wird für den gesamten Geltungsbereich eine geschlossene Bauweise festgesetzt“, so Weißfloch. Die Dachformen sind dem Experten zufolge innerhalb des Plangebietes entsprechend der Umgebungsbebauung und in Verbindung mit der Stadtbildsatzung der Stadt Kempten vorgeschrieben. Die zulässige Dachneigung und Farbgebung der Dachhaut orientieren sich ebenfalls am Bestand. Angetan waren die CSU-Stadträte Erwin Hagenmaier und Karl Sperl von den Planungen. „Der Bebauungsplan ist sehr gelungen“, lobte Hagenmaier. Sperl dankte der Sozialbau für ihr Engagement und sieht die Pläne als Belebung für die Altstadt.

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