Bereit zur Fusion

Zweieinhalb Jahre nach Gründung des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu sollen die Krankenhäuser in Kempten und dem Landkreis zu den Kliniken Kempten-Oberallgäu fusionieren. Ein entsprechendes Konzept stellte Geschäftsführer Andreas Ruland am Donnerstagabend im Stadtrat vor. Von dem engen Schulterschluss hoffen die Verantwortlichen, besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.

Chronische Unterfinanzierung, weniger Fallzahlen und fehlende Fachkräfte – eine düstere Zukunft für die Krankenhäuser sagte Klinik-Chef Ruland am Donnerstagabend voraus. „Da wird sich auch in Zukunft wohl nichts mehr dran ändern”, befürchtete er. Um den veränderten Rahmenbedingungen besser begegnen zu können, sollen die Häuser in Stadt und Landkreis zum 1. Januar 2013 fusionieren. Der Plan sieht vor, dass der Klinikverbund im Rahmen einer Nutzungsüberlassung künftig alleiniger Betreiber der Krankenhäuser ist. Am Eigentum der einzelnen Träger würde sich dadurch nichts ändern. Beibehalten werden soll auch die paritätische Besetzung des Aufsichtsrates. Für eine eventuelle Standortschließung bedarf es künftig einer Zwei-Drittel-Mehrheit. "Optimal aufstellen" Von einer noch engeren Vernetzung der Kliniken versprechen sich die Verantwortlichen vor allem eine optimale medizinische Versorgung, eine optimale Marktabdeckung, ein abgestimmtes Versorgungskonzept sowie positive Jahresergebnisse und der Erhalt der Investitionsfähigkeit. Kürzungen oder Streichungen soll es im Zuge der Fusionierung jedoch nicht geben, kündigte Ruland an. „Wir müssen uns strukturell optimal aufstellen”, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) das Vorhaben. Den Auftrag an Netzer für entsprechende Vertragsverhandlungen erteilte der Stadtrat einstimmig. Bereits im Dezember könnte das Vertragswerk vorliegen, bis Mitte nächsten Jahres alle Voraussetzungen für die Fusion geschaffen sein. Juristisch könnte man diese dann auf den 1. Januar rückdatieren. Bei den Stadträten stieß das Konzept auf Zustimmung. „Sie sind auf einem sehr guten Weg”, lobte CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier Rulands Ausführungen. „Unsere Fraktion geht Ihren Weg mit.” Schließlich stehe das Wohl der Patienten an erster Stelle, so der Fraktionsvorsitzende weiter.

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