Gute Fortschritte

Tennisprojekt kommt gut an

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Erst war es ein Projekt, jetzt soll es ein Langzeit-Sportangebot für Beschäftigte der Allgäuer Werkstätten GmbH werden. Unser Foto zeigt von links: Katja, Lisa, Projektleiterin Tina Maier, Janine, Gruppenleiter Alex Holl, Wolfgang, Frank und Corinna Röhrli vom TSV Wiggensbach. Es fehlt Marion – sie hat derzeit eine Verletzungspause.

Wiggensbach/Kempten – „Wenn ich hier bin und mich auf das Spiel, den Ball konzentriere, dann vergesse ich meine Behinderung“, sieht Katja das Tennisprojekt der Allgäuer Werkstätten in Verbindung mit dem TSV Wiggensbach, Abteilung Tennis, für sich persönlich als große Bereicherung.

Katja ist eine von sechs Beschäftigten mit Handicap aus der Werkstatt Steufzgen, die diese Sportart für sich ausprobieren dürfen – und zwar in Theorie und Praxis, in der Halle und auf dem „Center Court“ draußen. Und wie viele andere Tennisspieler haben sie festgestellt: „Das Spielen draußen macht nochmal doppelt so viel Spaß!“

Die Idee zu dem Projekt hatte Tina Maier. Die junge Frau schließt gerade in den Allgäuer Werkstätten ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin ab und musste sich für die Abschlussarbeit auch eine praktische Maßnahme überlegen. Da sie in der Tennisabteilung des TSV Wiggensbach das Kindertraining absolviert, kam ihr die Idee, ein „Schnupper-Tennis-Projekt“ für Beschäftigte mit Behinderung aus der Werkstatt Steufzgen anzubieten. Schnell war die Gruppe mit Katja, Lisa, Janine, Marion, Frank und Wolfgang voll. Unterstützung bekam sie vom TSV Wiggensbach mit der Leihgabe von Tennisschlägern, Bällen und dem zur Verfügung stellen von Plätzen und Halle. „Das fördern wir gerne – und auch über die 12 geplanten Einheiten hinaus“, meinte Corinna Röhrli vom TSV Wiggensbach.

Alle sechs haben in den ersten Treffen bereits gute Fortschritte gemacht. Neben den praktischen Übungen als Spieler und Fänger gab es gleich zu Beginn des Projektes auch eine Mappe mit theoretischen Informationen zu Vorhand und Rückhand, Aufschlag, Zählweise und vieles mehr.

Potentiale entdecken

„Lisa hat ein gutes Ballgefühl“, lobte Coach Tina Maier. „Janine ist Linkshänderin und hat alle Tipps nochmal für sich auf links umgesetzt“, erzählt die angehende Heilerziehungspflegerin. Gruppenleiter Alex Holl ergänzt: „Es ist erstaunlich zu sehen, welche Potentiale in unseren Beschäftigten mit Handicap stecken, die im normalen Werkstattalltag verborgen bleiben.“ Daraus lasse sich sicherlich noch die eine oder andere individuelle Förderung ableiten, meinte er. Und die Spielerinnen und Spieler kommentieren das Projekt: „Es macht Spaß und fördert auch die Gruppengemeinschaft.“

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