Besonderes Ambiente

Aus dem Nebengebäude eines alten Bauernhauses hat Erika Hausdörffer einen Ausstellungsraum für die Allkunstrieder gezaubert. Foto: Würzner

Der Weiler Ottenstall scheint ein gutes Pflaster für Kunstschaffende zu sein. Der Palmesel, eine 1,82 Meter hohe geschnitzte Christusfigur aus der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts, stand einst hier in der Kirche. Um ihn zu bewundern, muss man dieser Tage ins Nationalmuseum nach München fahren. Kunstliebhaber, die sich dafür interessieren, was heutzutage durch eine Gruppe schöpferischer Zeitgenossen auf dem flachen Lande geschaffen wird, sollten nach Altusried in den Ortsteil Binzen kommen.

Ein paar hundert Meter Rohrach aufwärts liegt das Ziel. Bei den paar Häusern ist die Nummer acht schnell gefunden. Sobald man den Garten oder das Bauernhaus von Erika Hausdörffer betritt, lässt man die Hektik des Alltags hinter sich. Die Münchnerin hat hier im Oberallgäu aus einem fast 200 Jahre alten Anwesen ein Kleinod geschaffen. Dass die neuen Ausstellungsräume einst als Stall oder Scheune fungierten, ist kaum zu glauben. Ein passenderes Ambiente hätten sich die „Allkunstrieder“ für die Präsentation ihrer Werke nicht aussuchen können. Hinter diesem Pseudonym verbergen sich Maler, Bildhauer, Fotographen und Floristen, die in und um Altusried ihre künstlerische Heimat (gefunden) haben. Nicht nur das Theater, das sie selbstredend unterstützen, zum Beispiel durch Ausstellungen im Theaterkästle oder Herstellung von Bühnenbildern, auch die bildenden Künste haben die Gemeinde auf der Landkarte plaziert. Die Sommerausstellung 2010 der „Allkunstrieder“ ist noch bis kommenden Sonntag, 22. August, Donnerstag, Freitag und Samstag von 14 bis 19 Uhr, sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Künstler Helga Dietrich, Franz J. Geier, Erika Hausdörffer, Hanne Schneider, Joachim Jeworski, Karla Kromat, Werner Merzhäuser, A. Maidel/W.Rapp, Alfons Natterer, Max G. Pause und Andrea Beer/W. Paeplow präsentieren dort ihre Werke.

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