Besonderes Jubiläum

Den heißen Sommertag, an dem der 40 000. Einsatz in der beinahe 30-jährigen Geschichte der Luftrettung in Kempten erwartet wurde, werden die Beteiligten so schnell nicht vergessen. Er begann mit Routine. Die Besatzung aus Pilot, Rettungsassistent und Notarzt arbeitete die vielfach erprobten Handgriffe ab – in zwei Minuten. So auch am vor kurzem, als Christoph 17 vom Kemptener Hangar abhob. Die Einsatzleitstelle hatte eine "beginnende Geburt" im Ronsberger Ortsteil Oberweiler gemeldet.

Die Aufgabenverteilung ist klar: der erfahrene Rettungsassistent Luggi Burger wird zum Navigator – eine Erleichterung für die Pilotin Janine Walter, für die mit diesem Flug der erste Rettungseinsatz von der Kemptener Station aus begann. Nach sieben Minuten Flug landeten die schnellen Helfer aus der Luft auf einer Wiese neben dem Haus. Der ebenfalls alarmierte Rettungswagen war noch nicht da, der kleinen Luca allerdings schon. Die junge Mutter hatte – im Badezimmer liegend – den soeben auf die Welt gekommenen kleinen Schreihals bereits schützend in die Arme genommen. So blieb den Rettern nur die Abnabelung und Versorgung des neuen Erdenbürgers, die Mutter erhielt eine Infusion. Inzwischen war auch der Rettungswagen aus Ottobeuren eingetroffen, der Mutter und Kind in Begleitung des Notarztes auf dem Landweg ins Mindelheimer Krankenhaus brachte. Kurz darauf meldete Christoph 17 der Einsatzzentrale das Einsatzende und erreichte wenig später seinen Standort am Klinikum Kempten. Erst dann erfuhr die Besatzung, dass Christoph 17 soeben seinen 40 000. Einsatz geflogen habe. Denn seit am 16. September 1980 die "Luftrettungsstation Kempten" feierlich eingeweiht wurde, sind die schnellen Retter aus der Luft zu einer gewohnten Erscheinung geworden. Mancher Verunglückte verdankt den Luftrettern sogar sein Leben. Nicht vergessen bleibt ebenfalls, dass in der langen Kette der 40 000 Einsätze die Helfer oft selbst in Gefahr gerieten oder sogar im Einsatz verunglückten.

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