Verbesserung geplant

"Es ist ganz schön viel Geld"

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Das alte „Schuhgässele” zwischen Rathausplatz 22 und 24 soll in den Umbau mit einbezogen werden.

Kempten – Nach der Einführung der Behördenrufnummer 115 will die Stadtverwaltung ihre Serviceoffensive fortsetzen und ab 2014 den Bereich „Bürgerservice“ im Rathaus (Rathausplatz 22 und 24) für geschätzte 2,3 Millionen Euro umbauen.

Die aufwändigen Pläne dafür stellte Dr. Richard Schießl, Leiter des Referats I, am Montagabend im Haupt- und Finanzausschuss vor. Doch nicht bei allen Stadträten stieß das Vorhaben auf ungeteilte Zustimmung.

Schießls Pläne sehen vor, die Servicequalität der Stadtverwaltung zu verbessern. „Wir wollen die Servicequalität rund bekommen“, so der Referatsleiter. Derzeit könne „nicht wirklich“ von „einer einladenden Atmosphäre mit kurzen Wegen“ gesprochen werden.

Geplant ist, den Eingangsbereich Rathausplatz 22 zu erweitern und die Passage zwischen den Verwaltungsgebäuden (früher „Schuhgässele“) dabei mit zu nutzen. „Man könnte sie als Servicepassage wiederbeleben“, erklärte Schießl. Vom neuen Eingang könnten Behördengänger direkt zu einer großen Servicetheke geführt werden, wo sie ihr Anliegen vorbringen sollen. Wer trotzdem warten muss, soll das künftig in einem großzügigen, freundlichen Wartebereich können. Im Zuge der aufwändigen Umbauarbeiten einschließlich Entkernung bestehender Gebäudeteile und Überdachung der Passage werden auch die dort ansässigen Ämter neue Büros bekommen. So ist derzeit geplant, dass Tourist-Info und Café Weber den Standort tauschen, ebenso Ausländeramt und Einwohnermeldeamt. Außerdem soll die öffentliche Toilette künftig auf dem Rathausplatz statt wie bisher im Keller zu finden sein.

Ergänzend dazu sollen die Öffnungszeiten des Rathauses geändert werden. So soll das Rathaus für die wichtigsten Behördengänge künftig montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr erreichbar sein. Mit den konkreten Planungen begonnen werden soll bereits im kommenden Jahr, der Bau selbst könnte 2014 und 2015 über die Bühne gehen.

"Teure Lösung"

Bei den Stadträten im Ausschuss stieß das Vorhaben zwar grundsätzlich auf Zustimmung, einige störten sich aber an den geschätzten Kosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro. „Auch wenn das Konzept stimmig erscheint – es ist ganz schön viel Geld“, mahnte etwa Alexander Hold (FW). Thomas Hartmann von den Grünen kritisierte, dass man durch den Umbau keine zusätzliche Fläche gewinne. „Für dieses Ergebnis eine ziemlich teure Lösung.“ Helmut Hitscherich (UB/ödp) meinte gar: „Wie soll man den Bürgern klar machen, dass dafür Geld da ist, aber nicht für eine Bibliothek?“ Seiner Meinung nach müsse ein Umbau in dieser aufwändigen Form nicht sein.

Ludwig Frick (SPD) sowie Harald Platz und Bürgermeister Josef Mayr (beide CSU) verteidigten die Pläne dagegen. „Ich sehe durchaus Vorteile, denn die jetzige Situation ist ungenügend“, so Frick. Platz bewertete das Vorhaben als „grundsätzlich positiv“ und Mayr sprach von einer „stimmigen Weiterentwicklung“.

OB Netzer sicherte den Anwesenden zu, dass während der Planungsphase besonders auf die Kosten geachtet werden solle. Darüber hinaus seien noch die ein oder andere Änderung im Detail zu erwarten. „In der Planungsphase wird sicher noch die ein oder andere Frage auftauchen, die man noch diskutieren muss“, sagte er.   Matthias Matz

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