Weg der Besserung

Dauerbaustelle Kemptener Krankenhaus: Trotz der derzeit laufenden umfangreichen Baumaßnahmen in der Robert-Weixler-Straße konnte das Minus des Klinikums Kempten im vergangenen Jahr offenbar verringert werden. Foto: Matz

„Die Gründung des Klinikverbundes war die richtige Entscheidung, die Entwicklungen sind auf einem guten Weg.“ Ein positives Fazit zog Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser (CSU) am Montag bei einer Pressekonferenz zum zweijährigen Bestehen des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu. Der Schulterschluss über die Doppelspitze im Aufsichtsrat habe sich bewährt. Die Führungsspitze unterstütze die enge Zusammenarbeit und das Zusammenwachsen im Verbund. Kaiser sprach von großem Vertrauen und einem kooperativen Miteinander aller Beteiligten.

„Wir als Träger nehmen unsere Verantwortung für die Kliniken und damit für eine medizinisch hochwertige Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger sehr ernst“, betonte Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Aus diesem Grund habe man zehn Millionen Euro Eigenkapital zur Verfügung gestellt. Der Klinikverbund arbeite zielgerichtet an der weiteren Verbesserung einer medizinisch hochwertigen Patientenversorgung. Dr. Netzer: „Die Standorte im Verbund werden nochmals gestärkt und unter wirtschaftlichen Aspekten vorangetrieben.“ Erfreulich sei die immer engere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten. Das Jahresergebnis 2011 belege die Aufwärtsentwicklung des Verbundes. „Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen sind wir auf dem aufsteigenden Ast geblieben“, sagte Geschäftsführer Andreas Ruland. Allein durch die jüngsten Tariferhöhungen von ver.di und Marburger Bund kämen auf die Kliniken im Verbund erhebliche Mehrkosten zu, die über die Vergütung der Krankenhausleistungen durch die Krankenkassen nicht refinanziert werden könnten. Daher müssten die Kliniken rund eine Million Euro selbst erwirtschaften, um das Loch zu decken. Werden die Jahresergebnisse aufaddiert, blicken die vier Kliniken im Verbund auf ein gemeinsames Plus von 83 000 Euro. Weiterhin auf gesunden Beinen stehen die Kliniken in Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf. Sie erwirtschafteten einen Überschuss von 778 000 Euro. Positive Nachrichten gibt es auch für das Klinikum Kempten. Dort ist das Defizit um 806 000 auf 725 000 Euro geschrumpft. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen 2012 sind wir zuversichtlich, die wirtschaftliche Lage weiter verbessern zu können“, gab sich Geschäftsführer Ruland optimistisch. Der erfreuliche Aufwärtstrend sei nicht zuletzt dem hohen Einsatz der Mitarbeiter zu verdanken: „Viele haben sich bei der Neustrukturierung der Abteilungen über das übliche Maß hinaus engagiert.“ Fachkräftemangel Dank der positiven Entwicklung könne der Klinikverbund seine Rolle als einer der größten Arbeitgeber in der Region weiter ausbauen. Insgesamt sollen deshalb bis zum Jahresende 90 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden. In Zukunft müsse man auch in der Region mit einem spürbaren Fachkräftemangel rechnen. Ruland: „Um dem entgegen zu wirken, setzen wir uns schon jetzt mit der Frage auseinander, wie wir auch künftig gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeiter im Klinikverbund zur Verfügung haben.“ Etwa werde man die Fachweiterbildungen ausbauen und den gesamten Nachwuchs aus den Fachschulen übernehmen. Die neue klinikeigene Kinderkrippe in Kempten helfe berufstätigen jungen Eltern, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Unbefristete Arbeitsverträge würden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristig Sicherheit bieten. Eine Unterstützung bei der Wohnungssuche sowie eine finanzielle Unterstützung beim Umzug sollen vielen den Einstieg beim Klinikverbund erleichtern. „Wir werden auch weiterhin ein verlässlicher Arbeitgeber sein“, so Ruland. Die medizinische Versorgungsqualität für die Bevölkerung sei deutlich verbessert worden. Beispielsweise habe in Kempten die Klinik für Neurochirurgie Einzug gehalten. Das AOZ erfahre hohe Akzeptanz bei niedergelassenen Ärzten und Operateuren, weshalb nun ein dritter OP-Saal in Betrieb gehe. Dank der Kooperation mit Orthopäden aus Marktoberdorf sei zudem die orthopädische Kompetenz am Klinikum gestärkt worden. Ab Mai ergänze die Pränatal-Diagnostik das Leistungsspektrum der Geburtshilfe.

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