"Bestellbau" für Hochschule

Den Mietvertrag für ein relativ einmaliges Projekt haben vergangenen Donnerstag der Sozialbau-Geschäftsführer, Herbert Singer, und der stellvertretende Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY), Ludwig Weichselbaumer, unterzeichnet. Die Sozialbau Kempten Wohnungs- und Städtebau erstellt auf dem Hochschulgelände zusätzlich zu dem derzeit an der Stelle des ehemaligen Kunz-Hochhauses entstehenden Neubaus, ein weiteres Gebäude. Diesen „Bestellbau“ mietet die IMBY vorerst für neun Jahre und sieben Monate an und stellt ihn für diese Zeit der Hochschule zur Verfügung. Die Gesamtsumme für den Bau beläuft sich auf 6,75 Millionen Euro.

Die Studierendenzahlen der Hochschule Kempten steigen seit Jahren kontinuierlich. Zum Studienjahr 2011/2012 wird aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs ein zusätzlicher Schub erwartet. Um dem dadurch erhöhten Platzbedarf gerecht zu werden, bewilligte der Freistaat Bayern die Anmietung eines weiteren Gebäudes. Sollte die Zahl der Studierenden sich in den Folgejahren wieder reduzieren, kann das Gebäude von der Sozialbau anderweitig vermietet werden. Ganz im Süden des Hochschul-Campus entlang der Bahnhofstraße beginnt ab Februar der Bau eines viergeschossigen Gebäudes mit rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Präsident der Hochschule, Professor Dr. Robert F. Schmidt, erklärte, dass das zusätzliche Gebäude nötig sei, da die Zahl der Studienanfänger jährlich auf 1250 steigen wird. Dies entspreche im Endausbau einer Gesamtstudierendenzahl von rund 4600. Gewisse Studienbereiche werden in das neue Gebäude verlagert, so Schmidt. Es entstehen neun Hörsäle und 26 Dienst- und Mitarbeiterzimmer im Erdgeschoss und den ersten beiden Stockwerken. Das dritte Obergeschoss ist eine freivermietbare Fläche für hochschulnahe Nutzungen, für das die Sozialbau noch nach Partnern sucht, sagte Singer. Neue Wege Mit dem „Bestellbau“ beschritten der Freistaat Bayern und die Hochschule neue Wege. Es gab eine europaweite Ausschreibung für das Projekt. In intensiven Gesprächen mit der Sozialbau hat es zu einem bedarfs- und budgetgerechten Erfolg geführt. Eine Lösung war laut dem Hochschul-Professor nur durch eine einmalige Kooperation aller Beteiligten möglich: der IMBY als dem für den Abschluss des Mietvertrages zuständigen staatlichen Dienstleister, dem Staatlichen Bauamt Kempten, der Hochschule als Nutzer, der Stadt Kempten als Grundstückseigentümer sowie der Sozialbau als Bauherr und Vermieter. Weichselbaumer lobte, dass durch die „konstruktive und bereitwillige“ Zusammenarbeit aller Beteiligten, der Weg für den „Bestellbau“ in Kempten besonders erleichtert wurde. Ein solches Projekt gibt es noch in sechs weiteren Städten Bayerns. Kempten sei aber eine der schnellsten in der Umsetzung, so Weichselbaumer. Zum 1. März 2011 soll der Bau fertiggestellt sein. „Das bedeutet für uns eine sportliche Bauzeit von elf bis 12 Monaten“, beschrieb Sozialbau-Geschäftsführer Singer. In die Außenanlagengestaltung werden 70 Parkplätze eingeplant. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) ist stolz auf alle Beteiligten und sieht das Projekt positiv für die Entwicklung der Region.

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