Von Schülerhort bis Ganztagsschule – verschiedene Angebote in Kempten

Betreuung nach Unterrichtsende

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Im Gerhardinger Haus steht nach Unterrichtsende neben gemeinsamen Essen und den Hausaufgaben auch Spielen auf dem Programm.

Kempten – Wer betreut mein Kind nach Unterrichtsende? Diese Frage stellen sich wohl alle Eltern früher oder später im Laufe der Schulzeit ihrer Kinder, insbesondere jetzt wo das neue Schuljahr vor der Tür steht. Das Angebot der Nachmittagsbetreuung wird zwar immer vielfältiger, gleichzeitig aufgrund der verschiedenen Angebotsformen aber auch „oft undurchsichtig“, wie Michael Wilde, Leiter des Gerhardinger Hauses in Kempten erklärt.

Während es früher weitestgehend nur Schülerhorte für den Grundschulbereich gegeben habe, gebe es in Kempten heute auch gebundene und offene Ganztagsklassen, die vor allem von den weiterführenden Schulen wie Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien angeboten werden. „In Kempten ist leider wenig bekannt, dass das Gerhardinger Haus auch einen Hort hat, viele bringen mit dem Haus nur ein Kinderheim in Verbindung und wissen gar nicht, dass dort auch eine Nachmittagsbetreuung für Schülerinnen und Schüler von Grund- und sogar weiterführenden Schulen angeboten wird“, bedauert Hort-Gruppenleiter Björn Hilburg. Aktuell werden dort nach Unterrichtsende Kinder bis zur 8. Jahrgangsstufe betreut. Die Kinder kommen nach Schulschluss zu Fuß in den Hort – jeder Hort hat sein jeweiliges Einzugsgebiet in der Stadt – und verbringen dort gemeinsam den Nachmittag. Dazu gehört neben einem gemeinsamen Mittagessen, auch eine Freizeitbeschäftigung und Hausaufgabenbetreuung. Die Eltern können dabei einen bestimmten Zeitrahmen „buchen“, den ihr Kind im Hort verbringt. Der Vorteil von Schülerhorten: die Kinder können auch in den Schulferien betreut werden. „Oft reichen die Urlaubstage der Eltern ja nicht aus, um in allen Ferien frei zu nehmen“, erklären Wilde und Hilburg.

Betreuung an weiterführenden Schulen

Seit vielen Jahren hätten aber auch die Schulen umgestellt und bieten heute von Montag bis Donnerstag Ganztagsklassen an. „Das ist der Tatsache geschuldet, dass es immer mehr Alleinerziehende gibt oder beide Elternteile ganztags arbeiten“, so Wilde. Während bei der gebunden Form Nachmittagsunterricht mit Lehrern und pädagogische Tage mit Pädagogen im Wechsel stattfinden, finde bei der offenen Form kein Unterricht statt, der Nachmittag mit Hausaufgabenbetreuung und Freizeitbeschäftigung werde dabei von Ehrenamtlichen gestaltet. Ein weiterer Unterschied: für gebundene Ganztagesklassen werden die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Schuljahres fest angemeldet, bei offene Klassen sei die Betreuung auch nur tageweise möglich. Für das Betreuungsangebot an weiterführenden Schulen müssten für jedes Schuljahr neue Anträge bei der Regierung von Schwaben gestellt werden, der Bescheid sei im August zu erwarten, erklärte Stephan Ehrmann, Sachgebietsleitung Schulverwaltung bei der Stadt Kempten, auf Nachfrage des Kreisbote. 

Grundschulen als Ganztagsschulen

Mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 wurde an der Grundschule Heiligkreuz das Angebot der Mittagsbetreuung von dem Konzept der Offenen Ganztagesschule (OGTS) abgelöst. Dieses kostenfreie, schulische Angebot sei schon in der Pilotphase auf großes Interesse bei den Eltern gestoßen, berichtete Ehrmann in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sportausschusses. Eine Gruppenleitung und drei weitere Mitarbeiterinnen sorgen an der Schule für ein „pädagogisch wertvolles Angebot“ inklusive Hausaufgabenbetreuung. Angeboten werden an der Grundschule zwei Gruppen – die eine mit einer kurzen Betreuungszeit bis 14 Uhr, die andere mit einer Betreuung bis 16 Uhr.

Die Angebote der OGTS sollen bayernweit nach und nach mit jährlich 1000 Gruppen zusätzlich gefördert und ausgebaut werden. Auch die Grundschule Kempten Nord hat Interesse an ein dem Angebot einer Offenen Ganztagesschule bekundet, die Bedingungen für eine Kombi-Gruppe (Randzeiten zwischen 16 und 18 Uhr und Ferienbetreuung in Verbindung mit Elternbeiträgen) wurde aber sowohl von der Regierung von Schwaben als auch vom Kemptener Stadtjugendring als Kooperationspartner als nicht umsetzbar angesehen. Ein kostenfreies „reguläres“ Angebot stünde in unmittelbarer Konkurrenz zu umliegenden Einrichtungen wie dem kostenpflichtigen AWO Kinderhaus Sternschnuppe. Der Antrag der privaten Montessori Schule wiederum werde aber vermutlich genehmigt werden, so Ehrmann. Entsprechende zukünftige Angebote sollen im Rahmen einer Jugendhilfeplanung entsprechend berücksichtigt werden, wie Ehrmann erklärte. Dazu sei auch ein Fachtag OGTS für den 7. Dezember geplant.

Eine Übersicht über die unterschiedlichen Ganztagsangebote in Kempten ist auch im Internet unter www.kempten.de/verwaltung/24726.php zu finden.

Betreuung in Schülerhorten

Kinder- und Jugendhort Gerhardinger Haus, Memminger Straße 59

Kindertagesstätte St. Nikolaus, Memminger Straße 57

Haus für Kinder St. Lorenz, Herrenstraße 15

Haus für Kinder und Eltern, Lindauer Straße 20

Haus für Kinder Kunterbunt, In der Eich 18

AWO Kinderhaus Sternschnuppe, Haldenweg 13

Kindertagesstätte St. Ulrich, Ullrichstraße 16

AWO Kinderhort Einstein, Hanebergstraße 36

(Mittags-)Betreuung an Grundschulen

Grundschule auf dem Lindenberg, Merktstraße 3

Grundschule Kottern-Eich, Friedrich-Ebert-Straße 14

Gustav-Stresemann-Grundschule, Hanebergstraße 34

Grundschule Haubenschloß, Haubenschloßplatz 1

Nordschule, Lotterbergstraße 31

Grundschule an der Sutt, Kronenstraße 3

Konrad-Adenauer-Grundschule, Wettmannsberger Weg 2

Fürstenschule, Fürstenstraße 38

Grundschule Heiligkreuz (OGTS), Heiligkreuzer Straße 98

Lea Stäsche

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