Die Vielfalt der Heimat kennenlernen

Schwabentag in Betzigau

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Zwei auf einen Streich. In der Ortsmitte konnte man gleich zwei Kunstwerke in unmittelbarer Nähe zueinander im Bach entdecken: Josef Langs Skulptur „Leo guckt“ und Maximilian M. Prüfers mehrteiliges Kunstwerk aus QR-Codes mit dem Titel „Wasserlauf“. Letztere führten auf eine Facebook-Seite mit Fotos von Quellen und Zuläufen des Baches.

Betzigau – Betzigau hatte in diesem Jahr die Ehre, als erste Oberallgäuer Gemeinde den „Schwabentag“ auszurichten. In dessen Rahmen legte das Dorf am vergangenen Wochenende seine 777-Jahr-Feier mit dem etablierten örtlichen Kulturfestival „Kunst am Bach“ zusammen.

14 renommierte Künstlerinnen und Künstler aus ganz Schwaben hatten sich hierfür zu einem neuntägigen Symposium in Betzigau getroffen, um zeitgenössische Kunst zu fertigen und einem großen Publikum zu präsentieren.

Seit 2008 vergibt der Bezirk Schwaben jährlich die Ausrichtung des Schwabentages. Dieser soll den schwäbischen Bürgerinnen und Bürgern einen Gesamteindruck von der Vielfalt und den Werten ihrer Heimat vermitteln. Die Menschen sollen durch die Veranstaltung andere Regionen und deren Besonderheiten kennenlernen und gleichzeitig ein Bewusstsein dafür entwickeln, was Bayerisch-Schwaben als Bezirk zusammenhält.

Bestes Konzept

Dass der 2800-Seelen-Ort Betzigau heuer den Zuschlag für das Fest bekam, ist dem Engagement von Irmi Obermeyer, der Leiterin der im Ort angesiedelten Kunstakademie Allgäu, und ihrem Mann Wolfgang Obermeyer zu verdanken. Das von ihnen eingereichte Konzept, das neben der 777 Jahr-Feier auch die Ausrichtung des in dreijährigem Rhythmus stattfindenden Projektes „Kunst am Bach“ sowie ein neuntägiges Künstlersymposium umfasste, ließ sich von keinem der Mitbewerber überbieten.

Betzigaus Bürgermeister Roland Helfrich freute sich über diesen „Triathlon der Festivitäten“. „Der ganze Ort ist eine Kunst-, Familien- und Genussmeile voller Attraktionen und interessanter Überraschungen“, so der Rathauschef bei der Eröffnungsfeier, zu der unter anderem auch Landrat Toni Klotz, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (als Schirmherr) sowie der Fraktionsvorsitzender der Landtags-CSU, Thomas Kreuzer, gekommen waren. An dem Künstlersymposium hatten 14 renommierte Künstlerinnen und Künstler aus ganz Schwaben teilgenommen. Sie fertigten in Betzigau zeitgenössische Kunst und machten diese am Festwochenende einem breiten Publikum zugänglich.

Besucher, die den auf die Straßen gemalten roten Linien folgten, wurden zuverlässig zu jedem einzelnen der Kunstwerke gelotst. Diese standen in einer Scheune, im Schulhaus, auf der grünen Wiese sowie am oder im Bach, der den Ort auf zwei Kilometern Länge durchfließt. „Uns geht es darum, dass Kunst nicht nur im Museum stattfindet, sondern erlebbar gemacht wird“, betonte die ehrenamtliche Organisatorin Bettina Kolb im Vorfeld der Veranstaltung. Neben dem Kunstgenuss war ein buntes Familien-Programm zum Miterleben und Mitmachen geboten. Das Unterhaltungsprogramm reichte von Klassik (mit dem Schwäbischen Jugendsinfonieorchester) über Volksmusik bis hin zu Hip-Hop- und Stepptanz-Vorstellungen oder auch beeindruckenden Darbietungen einer Dudelsack-Gruppe.

Ein Besuch in den Abendstunden war von besonderer Magie: Dann nämlich wurden Bach, Bachufer und Bäume in verschiedenen Farben beleuchtet.

Weitere Bilder zum Schwabentag in Betzigau finden Sie unter Fotostrecken.

Sabine Stodal

Schwabentag in Betzigau

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