Bitten an die "Leuchtende"

Mit Fackeln und Papphäuschen bewaffnet ziehen die Kinder der Suttschule am Dienstagabend mit ihren Eltern und Lehrern runter zur Iller. pr

„Die Iller soll doch laut Altstadtverein belebt und den Leuten mehr zugänglich gemacht werden. Wir leisten dazu bereits seit Jahren einen Beitrag“, schmunzelte Konrektorin Claudia Schlosser, als 150 Grundschüler der Volksschule an der Sutt in der Nähe des Illerstegs dem Wasser zustrebten. Lehrer und Eltern hatten Fackeln in die Hand genommen, um den Weg dorthin auszuleuchten. Schließlich galt es ja, die selbst gebastelten Papphäuser mit Kerze in die Iller zu setzen.

Anlass war das Luciafest, das die Kemptener Suttschule einem alten süddeutschen Brauch nach seit dem Kemptener Pfingsthochwasser 1999 alljährlich wieder am 13. Dezember feiert. Helfer von Wasserwacht und Roten Kreuz nahmen am Illerufer die leuchtenden Pappbauten der Kinder entgegen, um sie dem Wasser zu übergeben. Den Beteiligten blieb der schöne Anblick auf die schwimmende Lichterschlange und die Hoffnung, dass Märtyrerin Lucia (die Leuchtende) den Fluss besänftigen und die Stadt Kempten tatsächlich von jedem (weiteren) Hochwasser verschonen möge. Begeisterte Kinder In Gitarrenbegleitung sangen die Kinder der Suttschule mehrere Lieder, und Pfarrer Ulrich Gampert erteilte der Aktion seinen Segen, nachdem er der Hoffnung Ausdruck verliehen hatte, „dass wir Menschen auch immer viel Licht in unsere Umgebung tragen wollen.“ Die Kinder waren mit Begeisterung bei der Sache, das feierliche Ritual im Fackelschein ist für sie alljährlich doch etwas Besonderes. Auch der Opa von Kenau (zehn) findet die Lichteraktion „super“. Der 65-Jährige sah die großen Augen der Kinder, als die vielen Helfer ein Bastelhäuschen nach dem anderen auf die kalten Illerfluten setzten.

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